Author: mattias

  • Das perfekte Netbook-Setup: 1. Installation von Ubuntu/Xubuntu 8.10

    In dieser Anleitung erkläre ich die Installation von Ubuntu oder Xubuntu 8.10 (Test bei Golem) auf Asus EeePC 701 und Medion Akoya E1210. In Anmerkungen werde ich auf EeePC 900, 900A, 901 und 1000H sowie MSI Wind eingehen, die sich in Nuancen unterscheiden. Als Installationsmedium verwende ich einen USB-Stick oder eine SD-Karte (die internen Kartenleser der Netbooks sind per USB angeschlossen). Als Zielmedium dient die interne Festplatte, die interne SSD oder eine SD-Karte mit 4GB oder mehr. Wer ein per USB anschließbares DVD-Laufwerk besitzt, kann dieses und eine Xubuntu-Alternate-Install-CD verwenden und die Vorbereitung des USB-Sticks überspringen.

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  • Randnotizen, 24. Oktober 2008: Chinesische MIPS-Derivate, Netbooks, Ubuntu

    Wieder ist einiges passiert, wieder war ich sehr im Stress. Immerhin kann man mal wieder Früchte der letzten Wochen am Kiosk sehen: Ab Samstag kommen Abonnenten der Computer Bild in den Genuss einer von mir programmierten Erweiterung für Firefox, die es gestattet, Add-Ons in Gruppen einzuteilen und gemeinsam ab- oder anzuschalten. Die Erweiterung ist — mit anderen Defaults — sicher auch für viele Leser dieses Blogs interessant. Doch dazu in einigen Tagen mehr.

    • Netbooks: Langsam ist das Thema in allen Varianten durch, doch gelegentlich gibt es interessante Neuigkeiten wie die vermehrt auftretenden Netbooks mit dem Longsoon-Prozessor, einem chinesischen MIPS-Nachbau, der sicher dabei hilft, die Preise noch etwas zu drücken. Ein Problem bei MIPS ist natürlich die fehlende i386-Kompatibilität. Desweilen werden mal wieder Netbooks mit integriertem 3G kolportiert. Und beim EeePC spekuliert man über Modelle mit Touchscreen. Wirklich bestätigt ist aber nur der 701SDX, eine Einsteigerversion, die den im Abverkauf befindlichen 701 ablösen dürfte. Ohne Webcam und vermutlich mit Atom statt Celeron. Unspektakulär.

    • Untoter der Woche: Ich habe es nicht mehr für möglich gehalten. ALP (Access Linux Platform) ist fertig! Access ist die Firma, welche die Rechte an den Überresten von PalmOS hält — früher war sie für den hervorragenden Netfront-Browser bekannt. PalmOS sollte bereits 2007 durch einen Nachfolger auf Linux-Basis abgelöst werden, dessen Bedienung sich an PalmOS anlehnt und die mit Emulation alte PalmOS-Anwendungen ausführen kann. Das wurde aber nicht fertig und deshalb wohl auch der Foleo gecancellt. Kaum jemand interessiert sich mehr für PalmOS, Android ist tausendmal interessanter und jetzt steht Access mit dem fertigen OS da und hofft, dass es jemand kauft. Viel Glück.

    • Ubuntu 8.10 RC: Ubuntu 8.10 soll in einer Woche fertig sein, heute wurde der Release Candidate veröffentlicht. Wieder einmal habe ich Install-Images erstellt, mit denen sich Netbooks bequem per USB-Stick mit der Alternate-Install versehen lassen. Anleitung noch immer hier. Spätestens jetzt hat 8.10 einen Zustand erreicht, mit dem man zumindest auf Desktops schmerzfrei installieren und bequem auf die finale aktualisieren kann.

  • Neue Ralink-Treiber für Akoya E1210 und EeePC 901/1000H

    Auf der Webseite von Ralink steht nun der Treiber 1.8.0.0 für die in EeePC 901, 1000H sowie Akoya E1210 und einigen weiteren verbaute 802.11n-WLAN-Karte bereit. Das Patchen einiger Quellcode-Dateien für Kernel 2.6.27 (beispielsweise bei Ubuntu 8.10 enthalten) entfällt damit. Es genügt, die os/linux/config.mk anzupassen und dann zu kompilieren:

    HAS_WPA_SUPPLICANT=y
    HAS_NATIVE_WPA_SUPPLICANT_SUPPORT=y

  • Das Dale

    Mein Faible für schnelle Gefährte sollte den Lesern dieses Blogs bekannt sein.

    Vor ein paar Wochen lief mir ein Cannondale F700 in Team-Lackierung von ca. 2002 über den Weg, das bei einem befreundeten Händler herumstand. Im Auftrag zu verkaufen, knappe 1000km gelaufen und noch mit erster Kette und erster Bereifung. Zu einem fairen Preis, aber nicht geschenkt. Das mußte ich haben:

    Mittlerweile sind Schwalbe Marathon Supremes drauf und die Headshok-Gabel überzeugt auf Leipziger Kopfsteinpflaster. Das alte Benotto im Hintergrund (rot-weiss mit verchromtem Hinterbau) mit einer 1988er 105er (zweimal sechs) ist übrigens zu verschenken, allerdings ohne Reifen, ansonsten komplett. Einfach in den Kommentaren melden, anrufen oder vorbeikommen.

  • Der Trick mit dem Brick

    Mein Faible für gefrästes Alu habe ich nun schon seit einer ganzen Weile. In den 1990ern haben es mir Jeff Ringlés Naben und Schnellspanner angetan und wenn es Alternativen zu Gussteilen oder tiefgezogenem Aluminium gab, entschied ich mich auch danach noch gerne für das gefräste Teil. Aus technischer Sicht muss das gefräste Teil nicht unbedingt besser sein als Guß, kaltgeschmiedet oder tiefgezogen: Die kunstvoll gegossenen Magnesium-Chassis von Fujitsus B-Serie suchen auch heute noch ihresgleichen in Sachen Verwindungssteifigkeit — Tiefzieh-Alu-PowerBooks konnten gegen deren soliden Aufbau nie bestehen.

    Nun wagt also Apple den Schritt von dünnen planen Aluplatten und Tiefziehteilen zu einem aus dem vollen gefrästen Chassis? Als ich die ersten Spekulationen über den Brick hörte, konnte ich es zunächst nicht glauben. Jetzt wo Bilder des fertigen Gerätes und der CNC-Frässtraße vorliegen, wird der Trick offensichtlich: Das Chassis wird aus einem nur zehn bis elf Millimeter dünnen Alustrang gefräst, der untere Deckel mit der schönen Rundung ist wohl weiterhin ein Tiefziehteil. Das erspart rund 50% Materialverlust (gegenüber einem 15mm dicken Strang) und sorgt zudem für den optischen Eindruck eines dünneren Gerätes.

    Gespannt bin ich aufs Oberflächen-Finish: Vermutlich wird Apple einfach lackieren, so ist sichergestellt, dass alles Ton in Ton bleibt. Spassig wird aber die Möglichkeit, das MacBook zu zerlegen, mit Glasperlen zu strahlen und dann dem Eloxator des Vertrauens zu geben, auf dass dieser das Gerätchen in iPod-Mini-Grün oder Ringlé-Babyblau zurückliefert.

  • Randnotizen, 14. Oktober 2008: MIDs, Netbooks, Browser

    Mei, wie die Zeit vergeht. In den letzten Wochen war extrem viel zu tun. Daher jetzt erst mit Randnotizen. Und die längst überfälligen Updates der Ubuntu-Netbook-Artikel verschiebe ich noch ein wenig nach hinten.

    • MIDs: …sind nicht totzukriegen. Obwohl Nokias N800/N810 zwar bei Entwicklern beliebt sind und einen respektablen Software-Umfang aufweisen können, haben sie nie wie erhofft abgehoben. Ändern könnte sich das mit den Atom-basierten Tablets wie dem von Gigabyte. Geschätzte 500 Euro dürften aber über der Schmerzgrenze vieler Interessenten liegen. Sinken die Preise auf Netbook-Niveau (ca. 300 Euro) sehe ich jedoch einen großen Markt.

    • Browser: Mozillas Mobiler Browser Fennec wird langsam brauchbar. Primär zielt er auf Tablets, scheint aber auch für Netbooks ganz brauchbar zu sein. Interessant ist die Aussage, prinzipiell die Add-On-Architektur anderer Gecko-Browser zu nutzen. XUL macht das Ding zwar nicht schneller, aber flexibler.

    • Netbooks: Asus nutzt das Eee-Label nun auch für teurere Netbooks und für Mainboards sowie All-In-One-PCs. Und während Aldi die zweite Welle Akoya E1210 vorbereitet, zeigt MSI die nächste Generation des Wind: etwas hübscher und mit eingebautem 3G.

    • Linux: Die Jungs und Mädels von Intel haben es geschafft, eine Fedora-basierte Distri in weniger als fünf Sekunden zu booten. Die Modifikationen am Kernel sind wohl moderat, hauptverantwortlich dürfte ein um Readahead-Operationen gepatchtes Init sein. Mit dem Verzicht auf die Initrd bin ich nicht ganz einverstanden, bastle ich doch selbst seit einer Weile an einer Mini-Distri, bei der einiges von Initrd gestartet wird und der Initrd-Code im Speicher bleibt.

    • In eigener Sache — Das perfekte Netbook-Setup: Ich bereite gerade eine kleine Serie für dieses Blog (und in Form einzelner Printartikel) vor, die sich mit dem optimalen Setup von Linux-Netbooks (Ubuntu und Debian) beschäftigt. Die Einzelartikel werden wohl zwischen 15000 und 25000 Zeichen bekommen. Geplant ist:

      • Basisinstallation: Ubuntu und Debian ohne optisches Medium installieren (USB-Stick oder Netboot), Einrichtung der Treiber für im Netbook enthaltene Hardware (LAN, WLAN, Webcam).
      • Reisefertig: Verschlüsselte Partitionen in einer Form einrichten, die auch beim US-Zoll keine Aufmerksamkeit erregt.
      • Blau machen: Bluetooth-Setup für Handy, Maus, Tastatur und den Datentausch zwischendurch.
      • GPRS und UMTS: Einrichtung von USB-UMTS-Modems und BT-Handys, Provider und Dayflats für Deutschland, Provider fürs Ausland. Das Netbook als Accesspoint.
      • Energiesparer: Optimierung der Akkulaufzeit mit Intels Powertop und anderen Tools.
      • Bewegte Bilder: DVB-T für unterwegs, das Netbook als Videorekorder, Videos für kleinen Platzbedarf, gute Qualität und geringe Prozessorlast transkodieren.

      Wer sonst noch Ideen hat, darf sie mir per Mail mitteilen oder in den Kommentaren hinterlassen.

    • Ubuntu 8.10 Beta: Unter eeepc.mattiasschlenker.de liegt ein neues Ubuntu-USB-Install-Image (ubuntu-8.10-alternate-beta1-20081014-i386.usb.zip). Die Installation erfolgt wie hier beschrieben. Bei einigen Geräten kann die zusätzliche Angabe von vga=normal video=vga16:off oder vga=788 video=vga16:off notwendig sein, um Darstellungsfehler zu vermeiden.

  • Randnotizen, 26. September 2008: Zum letzten Mal iPhone, Netbooks, die keine sind und MP3-Player

    • iPhone: Einfach nur peinlich ist, dass Apple bei weiteren Applikationen, die Funktionalität der eigenen Anwendungen nachbilden, den Stecker zieht. Erwischt hat es diesmal einen Mailclient, der angeblich Verwirrung stiften könnte. Verstehen muss ich das nicht, oder? Schließlich kann man davon ausgehen, dass nur Kunden im AppStore nach Mailclients suchen, die mit dem vorinstallierten nicht zufrieden sind. Damit derartige Ablehnungen künftig nicht qualifiziert an die Öffentlichkeit kommen, versieht Apple die Ablehnungsbescheide schon einmal mit eigener NDA. Mit der Meta-Top-10-Liste und dem Entwicklerprotest ist das Thema iPhone für mich gegessen.

    • Android: Googles Software-Plattform Android debüttierte unterdessen auf Hardware, die noch hässlicher und fetter ist, als so ziemlich alles seit dem Nokia 9110i (Test bei Golem.de). Entwickeln muss man in Java. Aber nicht mit den APIs, die man von J2ME und anderen gewohnt ist, sondern mit Androids eigenen APIs. Im Gegensatz zur relativ liberalen Lizenzierung des SDK spornt das nicht gerade zur Portierung existenter Anwendungen an. Immerhin verspricht Android bald omnipräsent zu sein: Der nächste Schritt sind Infotainmentsysteme im Auto.

    • Netbooks und MIDs: Erinnert Ihr Euch noch daran, wie vor gut zwei Jahren der UMPC zur Zukunft des mobilen Computing hoch- und ganz schnell wieder abgeschrieben ([en]) wurden? Mittlerweile sind Netbooks einfach da, dennoch wird — bald sind höher integrierte Atoms verfügbar — schon einmal vorsorglich das Zeitalter der MIDs (Mobile Internet Devices) ausgerufen. Ich bin da skeptisch, als Nutzer von Netbook und Internet Tablet würde ich im Zweifel zu einem kompakten Netbook greifen. Viel lieber hätte ich ein simples, billiges Tablet mit sieben oder acht Zoll und 1024x768600, mit dem man so komfortabel wie mit dem Netbook surfen und im Zweifel per BT-Tastatur tippen kann.

    • Garantiert kein Netbook ist das Celio Redfly Mobile Companion (Produktseite). Letzendlich handelt es sich bei dem eckigen Gerätchen um eine externe Tastatur und Maus mit großem Display, die in einem Netbook-ähnlichen Klappgehäuse stecken. Ohne Speicher, ohne OS und ohne eigene Logik. Eigentlich ist die Idee verdammt gut, allerdings setzt das Celio ein Windows Smartphone voraus und möchte per USB angebunden werden. Bluetooth und Offenlegung des Kommunikationsprotokolls bitte, dann passt das Ganze zum Neo Freerunner.

    • MP3-Player: Die Veröffentlichung von Rockbox 3.0 hat mich wieder daran erinnert, dass ich ja gerade einen einfachen suche. Aber keinen komplexen, der mit Rockbox läuft, eher einen einfachen mit zwei bis vier GB, primär für den Sport und ab und an gegen die Langeweile. Er sollte also leicht unter Linux zu befüllen sein — MTP oder Massenspeicher? Nett wäre das Abspielen von AVIs und richtig cool wäre es, wenn er von Xvid-AVIs dazu anbieten würde, nur die MP3-Tonspur abzuspielen. Einen richtigen PMP benötige ich nicht: Das Nokia N800 genügt, um unterwegs Filme anzusehen. Erfahrungen, anyone?

  • Randnotizen, 17. September 2008: Netbooks, Maemo, iPhone und Google

    Und wie immer ein paar kurze, knackige Zusammenfassungen der letzten Tage:

  • 12. September 1977: Steve Biko zu Tode gefoltert

     

    Das Video von Peter Gabriels Song verwendet Szenen aus Richard Attenboroughs Film “Cry Freedom” mit Denzel Washington als Steve Biko. In den letzten Jahren wurde das Lied von vielen anderen Künstlern (Simple Minds, Manu di Bango…) gecovert.

    Aus dem Wikipedia-Artikel:

    In der Folgezeit wurde Biko mehrfach verhaftet, zuletzt am 18. August 1977 außerhalb von King William’s Town, als die Sicherheitspolizei ihn aufgriff und wegen Verletzung seiner Auflagen verhaftete. Sie internierte ihn in einem Gefängnis in der nahegelegenen Stadt Port Elizabeth. Während der anschließenden Verhöre im „Police-Room 6-1-9“ wurden ihm durch Foltermaßnahmen schwere Kopfverletzungen zugefügt.

    Am 11. September wurde Biko nackt und bewusstlos in einem Polizeiwagen nach Pretoria transportiert. Dort erlag er in der folgenden Nacht seinen Verletzungen im Gefängniskrankenhaus. Am 13. September 1977 wurde sein Tod bekannt gegeben. Justizminister James Kruger behauptete zunächst, der Tod sei Folge eines Hungerstreiks. Eine gerichtlich angeordnete Untersuchung im November 1977 zeigte jedoch, dass Biko an den Folgen seiner Verletzungen gestorben war, die ihm in Port Elizabeth zugefügt worden waren. Zu einer Anklage wegen Mordes oder Totschlags kam es gleichwohl nicht.

  • Ubuntu 8.10 Alpha 5 und vier Netbooks

    Dieser Beitrag ist mit Erscheinen der finalen Version von Ubuntu 8.10 hinfällig. Siehe Das perfekte Netbook-Setup: 1. Installation von Ubuntu/Xubuntu 8.10

    So, ich konnte in den letzten Tagen Ubuntu 8.10 Alpha 5 auf drei Netbooks testen und kann davon gleich aufs vierte (und vielleicht das fünfte) schließen. Als Installationsmethode habe ich die Alternate-Install von USB-Stick verwendet, die ich hier beschreibe, als Bootimage ubuntu-8.10-alternate-alpha5-20080909-i386.usb.zip von http://eeepc.mattiasschlenker.de/. Meine bisherigen Ergebnisse im Einzelnen:

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