Author: mattias

  • Ätsch, rausgeflogen

    Vor ein paar Wochen habe ich für die in den nächsten Tagen erscheinende “Webselling” einen Artikel zum Thema Suchmaschinenoptimierung erstellt, der ganz stark betonte, dass es gute Rankings nicht geschenkt gibt und Anbieter von Web-Präsenzen in erster Linie durch Content überzeugen sollten — eigentlich klar, oder?

    Von Doorway-Pages, die menschliche Besucher mittels Java-Script auf gänzlich andere Inhalte weiterleiten als sie der Suchmaschine ausliefern, riet ich konsequent ab. Zu groß ist das Risiko, manuell aus dem Index gestrichen zu werden. Heute wies Mario Sixtus darauf hin, dass es nun endlich die Bayrischen Motorenwerke erwischt hat, welche den Hals nicht zu voll kriegen konnten. Google liefert derzeit auf die Anfrage “site:bmw.de” keinen einzigen Treffer.

    Nachtrag (5. Februar 2006):

    Der Goole-Entwicker Matt Cutts (hier zu BMW) kündigt laut Heise an, in Zukunft bei Doorway-Pages stärker gegen Spam vorzugehen. Es freut mich ehrlich gesagt, dass wenigstens Google stärker auf Content achten will. Es gibt immense Optimierungsmöglichkeiten für Suchmaschinen, jedoch sollte man dabei immer den Surfer im Hinterkopf behalten.

  • Von Splittern und Balken

    In den letzten Tagen und Wochen entzündete sich an (recht plump gemachten) Mohammed-Karikaturen einer dänischen Tageszeitung (Jyllands-Posten), für die sich der Herausgeber längst entschuldigt hat, eine hitzige Debatte um die Pressefreiheit und darum, wie böse eigentlich Karikaturen sein dürfen.

    Wir taten uns in den letzten Wochen sehr leicht damit, auf die bösen Moslems zu zeigen, die das mit der Freiheit der Kunst noch nicht verstanden haben. Dass wir selbst noch über einen Blasphemie-Pragraphen (§166 StGB) verfügen, ignorieren wir dabei geflissentlich. Denn der 166 kommt ja nur zur Anwendung wenn der innere Friede gestört ist.

    Dies schien zumindest bei Haderers “Das Leben des Jesus” der Fall: Dutzende Anzeigen prasselten auf Haderer ein — wegen eines liebevoll illustrierten und ansonsten eher zahnlosen Büchleins, bei dem ein bekiffter Jesus durch den nahen Osten springt, auf ein Lagerfeld-Double trifft und schließlich mit Janis Joplin im Himmel sitzt.

    Ernst machte erst die griechische Justiz, die sechs Monate Haft verhängte — massiv unterstützt durch bayrische und österreichische Politiker. Vielleicht sollten wir aufgeklärten Europäer das nächste Mal, wenn wir Toleranz gegenüber Karikaturisten fordern, überlegen wie tolerant wir selbst eigentlich sind.

    Nachtrag (6. Februar 2006):

    Als diese Zeilen entstanden, brannten noch keine Botschaften. Erschreckend ist, dass die Zahl muslimischer Geistlicher und Publizisten, die zur Besonnenheit aufrufen und einen (harten, aber fairen) Diskurs suchen, so verdammt klein ist.

  • Kryptochef

    Alle paar Monate taucht Kryptochef (höchstpersönlich) in sämtlichen Foren des
    Web auf, macht Werbung für eine neue Version seiner Software und brilliert durch Kenntnisse auf dem Gebiet der Kryptographie:

    Warum ist 256 Bit die technisch höchste Verschlüsselungstiefe
    die überhaupt auf Computern möglich ist ?

    Ein Computer kennt immer nur 256 verschiedene Zeichen.

    Noch nicht überzeugt? Dann geht es Ihnen wie mir. Äußert man seine Zweifel, darf man sich schonmal auf die eine oder andere Beleidigung einstellen.

    Immerhin hat Heise recht schnell reagiert und den heutigen Thread entschärft. In den nächsten Tagen dürfte die Google-Suche nach “Kryptochef” weitere interessante Threads zu Tage fördern, viel Spaß bei der Suche!

  • Heim ins Reich

    Willkommen zurück im Reich, liebe Österreicher! Österreich ist wieder Teil Deutschlands — konkret Niedersachsens. Jedenfalls fühlt sich das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit für die korrekte Anbieterkennzeichnung österreichischer Teledienstanbieter zuständig. Nicht schlecht!

    Die hierzulande praktizierte Vorgehensweise, deutsche Gesetze auf ausländische Web-Angebote anzuwenden, die für Deutsche bestimmt sein könnten, mag bei den Herren Zündel und Co. ja noch Sinn machen. Diese Keule wegen zivilrechtlichen Lappalien in Rechtssystemen zu schwingen, die unserem sehr ähnlich sind, ist dagegen mehr als peinlich. Und das wegen einem Blogger, der über einen mutmaßlichen Linksbusfahrer meckerte…

  • Tschagga!

    “Tschagga, Emile! Mit positivem Denken kommst Du über den Crash hinweg.”

    Der 90er-Jahre-Positiv-Denken-Star Emile Ratelband hat seinen 90er-Jahre-Superboliden EB 110 ins Grün gedreht und praktiziert nun “Constructive Abkotzing”. Würde ich auch tun, Emile, denn diese Reaktion ist menschlicher als das bislang undifferenziert propagierte “Positive Thinking”. Via Jalopnik.

  • Schaltuhr

    Es gibt Dinge, die nerven. Die tägliche Zwangstrennung der DSL-Verbindung gehört dazu. Dieses eigentlich gegen Anbieter von Möchtegerneservern gedachte Feature war schon vor der Einführung der Flatrates nutzlos. Nunja, ausgedacht haben sich das wohl die gleichen Herren, die beschlossen haben, PPP über Ethernet zu tunneln um mit den alten RAS-Servern zeitbasiert abrechnen zu können.

    Es nerven aber auch DSL-Router, deren ARP-Cache vollläuft, die sich trotz aktueller Firmware am DNS verschlucken und die keine Möglichkeit haben, einen Reboot-Zeitpunkt einzustellen. Mir wurde es heute zu bunt. Eine einfache Schaltuhr zu 2,99€ sorgt nun für 15 Minuten freiwillige Trennung ab 6:45 Uhr. Dann ärgert mich die in den letzten Tagen immer zwischen 16 und 18 Uhr zuschlagende Zwangstrennung nicht mehr.

    Lowest-Tech gegen Möchtegerne-Hightech.

  • Und Blogs funktionieren doch…

    Nachdem ich in den letzten Tagen dieses private Blog auf eine ordentliche Blogging-Software umgestellt habe und das “Corporate Blog”, das lose meine Zeitschriftenartikel begleitet, neu eingerichtet habe, war es an der Zeit, beide etwas mit Inhalten zu füllen.

    Eher als Fingerübung betrachtete ich den Artikel über einen eskalierenden Streit zwischen einem Webprovider und seinem (Ex-) Kunden, den ich zufällig in Udo Vetters Lawblog aufgegriffen habe. Offline ist ein solches Thema Handwerk: entweder der Streit eskaliert und bekommt seinen verdienten Platz im Magazin. Oder er eskaliert nicht und er bleibt außen vor. (more…)

  • Rohrleitungsbau

    Ih habt Euch schon öfters die Frage gestellt, wie Ihr alle Tabellen und Inhalte einer MySQL-Datenbank schnell und unkompliziert auf einen anderen Server kopiert? Mit einer kleinen Pipeline geht das ganz schnell:

    mysqldump -u mattias –password=’geheim’ sourcedb | \
    ssh -C mattias@ziel.xyz \
    “mysql -u mattias –password=’geheim’ draindb”

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  • Anti-Marketing (2. Update)

    Nörgelnde und unzufriedene Kunden gibt es immer wieder. Mal sind die Preise zu hoch, mal ist der Service zu schlecht, mal hat der Kunde einfach zu hohe Erwartungen an ein Produkt. In der Regel einigen sich beide Seiten auf eine schnelle und unkomplizierte Aufhebung des Vertrages und der Kunde findet anschließend meist sogar wohlwollende Worte über den professionellen Umgang mit Beschwerden.

    Serverschleuder Homepage

    Nicht so im Falle der Serverschleuder. Thomas Hölscher hat seinen Unmut über die seiner Ansicht nach nicht zufriedenstellende Vertragserfüllung durch Serverschleuder im Web geäußert und fand prompt Drohungen eines der mutmaßlichen Geschäftsführer in seinem Blog wieder.

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  • Einzug in den Knast…

    Wer heute so neugierig war und auf Netcraft nach Statistiken zu mattias.schlenker.dk/ geschaut hat, durfte sich verwundert die Augen reiben: ein FreeBSD-Server?

    Netgraph Statistik

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