In den letzten Tagen hatte ich etwas Gelegenheit, mich mit UEFI Secure Boot näher zu beschäftigen: Ich erstelle bekanntlich die Notfall-CDs für einige Computerzeitschriften oder arbeite intensiv daran mit (von Computer Bild bis desinfec’t gibt es einige). Ziel war, alle aktuellen, von Microsoft signierten EFI-Loader unter die Lupe zu nehmen und auf ihre Praktikabilität abzuklopfen. Die gute Nachricht vorweg: Wer Ubuntu oder Fedora verwendet und keine Kernel selbst kompiliert, muss sich nicht mit dem Schlüsselmanagement herumärgern. Beide Distributionen verwenden einen von Microsoft signierten Loader (auf Basis von Shim), der wenigstens sicherstellt, dass GRUB2 und der anschließend geladene Kernel “vertrauenswürdig” ist. Zu Funktionsweise, Unterschieden und Restriktionen der verwendeten gepatchten GRUB2-Varianten hat sich Thorsten Leemhuis in der c’t 5/2013 zur Genüge ausgelassen. Wirklich spannend ist die Thematik aber für den Start selbst kompilierter Kernel, für kleine Distributionen, die verteilt und schnell entwickelt werden und für Administratoren, die Linux basierte Deployment- und Notfall-Systeme per Netz oder vom Wechseldatenträger starten wollen.
In diesem Beitrag möchte ich die eher theoretischen Hintergründe erläutern und Entscheidungshilfen geben, demnächst folgen dann Beiträge zur praktischen Umsetzung von Secure Boot eigener Kernel auf USB-Sticks, optischen Datenträgern und via Netzwerk. (more…)


