Category: Linux und BSD

  • In die Illegalität gedrängt?

    Eigentlich bin ich ein Mensch, der sich an Gesetze hält. Natürlich ist ab und an mal eine Geschwindigkeitsüberschreitung oder ähnliches drin oder als Fußgänger mißachtet man eine rote Ampel. Eine Gesellschaft, die sich eine freiheitliche Grundordnung gegeben hat, ahndet kleine Regelverstöße glücklicherweise eher großzügig und fragt danach, ob auch Gefahren für Leib und Leben oder Eigentum Dritter bestanden und setzt danach Strafen fest. Dinge, die nach Wunsch großer Lobbygruppen gerne mit Knast bestraft würden, mache ich eher selten. (more…)

  • Abschied vom Billig-Subnotebook

    Wie Golem berichtet, soll der EeePC 900, also die im Frühsommer erscheinende Version mit Neun-Zoll-Display nicht nur ein größeres Display, sondern auch Touchscreen, GPS-Empfänger, mehr Speicher und eine größere SSD mitbringen. Der Preis wird dann bei 399€ liegen.

    Schade eigentlich, ließe sich doch mit nur einem größeren Display und dem Atom-Prozessor bei ansonsten gleicher Ausstattung der Preis von 300€ halten. Nicht dass der EeePC übermäßig teuer wäre oder die angedachten Features nicht einen beträchtlichen Mehrwert böten, der Preis von unter 300€ bewog viele Käufer erst dazu, sich den billigen, leichten EeePC als Zweitrechner zuzulegen. Mit einem um 33% gestiegenen Preis wird das nicht der Fall sein. Bleibt also zu hoffen, dass die Sieben-Zoll-Variante weiterhin im Angebot bleibt — möglicherweise auf 280 oder gar 250€ reduziert.

  • Schrott wird flott: Anwendungen für schwache Hardware

    In den letzten Wochen haben wir stückenweise unser altes Subnotebook — ein Überbleibsel aus New Economy Zeiten — mit einem aktuellen Linux (Xubuntu 7.10) versehen. Die relativ schwache Hardware erfordert natürlich eine besonders behutsame Auswahl von Software: 300MHz und 160MB RAM suggerieren Leistungen von etwa einem Zwanzigstel bis einem Zehntel aktueller Rechner. Mit sorgfältig ausgewählten Programmen bleibt die Maschine dennoch nutzbar: PDAs und Webtablets wie Nokias N800/N810 haben auch nicht viel mehr zu bieten. Generell gilt bei der Anwendungsauswahl, dass man besser bei einem Toolkit bleibt (Gtk oder Qt), was verhindert, dass zwei Bibliotheken mit gleicher Funktionalität gleichzeitig geladen sein müssen.

    Gestandene Linuxer dürften die folgenden Softwarevorstellungen für kalten Kaffee halten, blättert weiter oder schaut Euch beim Rootserverexperiment um. (more…)

  • Schrott wird flott: Touchscreen des B142

    Bereits vor acht Jahren brachte Fujitsus B-Serie einen Touchscreen mit, der die Bedienung deutlich erleichterte — wenn die Kalibrierung erfolgreich war. Zwischenzeitlich waren die (praktisch nur für Fujitsu-Siemens B-Serie Geräte und einige Vaios) geschriebenen Treiber verschwunden, sind aber nun dank der UMPC-Manie in vielen Distributionskerneln und X.org-Distributionen enthalten. Die im Folgenden beschriebene Einrichtung sollte sich in ähnlicher Weise auch auf modernen Geräten durchführen lassen. Beachten Sie bitte: Die Anleitung bezieht sich auf X.org 7.2 oder höher, bei älteren Versionen kann auf einige Detaillösungen verzichtet werden.

    Vorbereitung

    Achten Sie zunächst darauf, dass das Kernelmodul evdev geladen ist. Es stellt die Kernelschnittstelle zum Event basierten Touchscreen-Treiber zur Verfügung. Daneben muss der X.org-Treiber xserver-xorg-input-evtouch installiert sein. Die Anleitung des Evtouch-Entwicklers rät zudem noch dazu, einen Dummy-Treiber zu verwenden, der PS/2-Mausevents abfängt und ins Datennirvana umleitet. Das ist notwendig, weil der Touchscreen am PS/2-Bus hängt, und neben den rohen Events PS/2-Mausevents liefert. Ist zudem der Knubbel aktiv und eine externe Maus eingesteckt, sind drei Quellen für PS/2-Events verfügbar, die nicht unterschieden werden können. Da bei mir die Dummy-Lösung fehlschlug, habe ich per UDEV-Regelsatz die Gerätedateien /dev/input/mice und /dev/input/mouse0 stillgelegt. Einziger Nachteil dieser Lösung: USB-Mäuse dürfen erst angesteckt werden, wenn der X-Server gestartet ist (kann mit einer weiteren UDEV-Regel behoben werden). Die UDEV-Regel (in der /etc/udev/rules.d/40-permissions.rules): (more…)

  • Schrott wird flott: Linux auf dem FSC B142

    Ende der 1990er waren Subnotebooks auch hierzulande ziemlich populär. Zu besten New Economy Zeiten war es en Vogue, mit einem Toshiba Portégé, Toshiba Libretto oder der Fujitsu Siemens B-Serie unterm Arm beim Kunden aufzutauchen. Dem Trend konnten wir uns auch nicht verschließen und so bekam Jochen ein Portége 3010CT und ich kurz darauf ein etwas dickeres Fujitsu Siemens B142. Beide waren bis etwa 2003 unter Linux oder FreeBSD im regulären Einsatz und verschwanden danach in einer Krustelkiste. Die Debatte um Billigst-Subnotebooks vom Schlage eines Asus EEE (insbesondere bei Robert Basic) hat mich nun dazu bewogen, das B142 wieder rauszuholen und zu schauen, wie es sich unter heutigen Bedingungen schlägt. Ziel ist es, ein altes Subnotebook mit robustem Magnesiumgehäuse mit Linux und der richtigen Software zum ernsthaften Konkurrenten moderner Billigrechner zu machen.

    Hardware

    • Gehäuse: Magnesium, etwa A5-Format, 30mm dick
    • Display: TFT, 8,4 Zoll Diagonale 800×600 Pixel mit PS/2-Touchscreen
    • RAM: 32MB fest eingebaut, aufgerüstet mit einem SO-SDRAM auf maximal 160MB
    • Prozessor: 300MHz Mobile Celeron “Mendocino”
    • Grafikkarte: Neomagic NM2160, 2MB Grafikspeicher (genug für 800×600@24Bit oder extern 1024×768@16Bit)
    • Festplatte: 2,5 Zoll, normale Bauhöhe; Original 4,3GB, aufgerüstet auf 40GB; BIOS-Obergrenze bei 64GB (darüber möglicherweise Bootprobleme)
    • CDROM: Extern, PCMCIA, nicht bootfähig
    • Diskette: Extern am Portreplikator
    • PCMCIA Ein Schacht, Cardbus tauglich
    • USB: 2 Ports USB 1.0, nicht bootfähig
    • Netzwerk: nicht vorhanden

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  • Spaß mit Xen

    Ich habe — passend zu einem demnächst erscheindenen Artikel — zwei weitere
    Festplattenimages für den Einsatz unter Xen vorbereitet. Beim ersten handelt es sich um eine komplette openSUSE 10.1, bei der XDMCP von außen erreichbar ist. Das zweite ist das bekannte uClibc-Rootdateisystem, nun aber selbst kompiliert mit den Kernel-Headern von 2.6.12. Es enthält GCC 4.0.3, Linker und Pipapo und stellt so eine tragfähige Basis für kleine “Server from Scratch”, die autark bleiben sollen. (more…)

  • Knoppix 5.0 vs. USB-Festplatten

    Es gibt Dinge, die einfach nerven. Heute ist Knoppix 5.0 (Cebit-Edition) dran, das sich nicht einfach “minimalinvasiv” auf eine USB-Festplatte mit kleiner Bootpartition (FAT16) und großer Datenpartition (FAT32) kopieren lässt. Nein, der Ramdisk fehlt der Treiber für FAT — das Ding bootet nicht nach meiner Standardmethode.

    Mein Workaround:

    1. Anlegen einer 4500MB großen Linux-Partition am Anfang der USB-Festplatte. Aktiv gesetzt und mit Extended 2 (ext2, nicht ext3) formatiert, dahinter eine FAT32-Partitition, die den Rest der Platte überspannt.
    2. Kopieren des gesamten Inhaltes der Knoppix-DVD auf die erste Partition:
      rsync -avP /cdrom/ /media/sda1/
    3. Schreiben des Bootloaders extlinux in das Verzeichnis isolinux der gemounteten Partition:
      extlinux /media/sda1/boot/isolinux
    4. Umbenennen der Konfigurationsdatei isolinux.cfg in extlinux.conf und Hinzufügen des Append-Parameters bootusb.

    Bingo, bootet! Nur, wie sage ich es den Lesern der PC Magazin Linux 03/06?

    Futter für die Suchmaschinen: knoppix usb hdd boot harddisk grub syslinux initrd minimal shell

  • Origami Mini Tablets

    Intel und Microsoft haben verstanden: XP Tablet Edition ist zu fett, zum Tablett umgebaute Notebooks sind zu groß, zu schwer und zu unhandlich. Also greift man die längst vorhandene Subnotebook-Technologie, paart sie mit PDA-Features und heraus kommen Geräte, die — nunja — bislang total hässlich aussehen:

    http://news.com.com/2300-1044_3-6046778-1.html?tag=ne.gall.pg

    Immerhin ein interessanter Ansatz, auch wenn bei den Prototypen die Akkaulaufzeit und das Finish wirklich unterirdisch sein sollen.

    Heute sollen weitere Spezifikationen veröffentlich werden. Dann wissen wir, ob man mit Festplatten arbeitet, oder einfach vier GB Flash draufpackt. Sehr interessant sind diese Geräte hinsichtlich der Zukunft von Maemo. Denn mit einem x86 kompatiblen Betriebssystem und genügend RAM/ROM/HDD werden auch Anwendungen laufen, die auf dem Nokia 770 ganz simpel an den bereitstehenden Ressourcen scheitern.

    Da Intel als Entwicklungspartner mit an Bord ist, gilt als sicher, dass die Hardwareplattform offen genug ist, um auch andere Betriebssysteme als das wohl auf den Prototypen verwendete modifizierte Windows XP zu unterstützen. Schließlich dürfte man es sich kaum entgehen lassen wollen, wenn die Hersteller von Terminals bspw. für die Datenerfassung in der Logistik oder im Gesundheitswesen weitgehend unmodifizierte Hardware ordern und ihre Softwarewünsche auf Basis von Linux umsetzen.

    Auch Spekulationen um ein Apple-Tablet dürften neuen Schwung bekommen: nachdem OS X offiziell auf x86-Prozessoren verkauft wird, dürfte ein weitgehend Origami entsprechendes Tablet von Apple keinen großen Aufwand mehr bedeuten.

  • Nokia 770 – Entwicklergeräte endlich verfügbar

    Nach monatelangem Warten hat Nokia in den letzten Tagen damit begonnen, wenigstens die Entwicklergeräte auszuliefern. Meines erreichte mich heute Vormittag per Paketdienst. (more…)