Brief ans Familienministerium: DNSSEC vs. Kinderpornosperren

So, der Brief ans Familien- und Wirtschaftsministerium ist raus, morgen folgen die Ausschüssen respektive Arbeitsgruppen “Wirtschaft und Telekommunikation” sowie “Soziales”.

Worum geht es? Um die Wirkungslosigkeit von Internetsperren auf DNS-Ebene vor dem Hintergrund der Einführung von DNSSEC, einem Signaturverfahren für Nameservereinträge. Brisant: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie unterstützt derzeit in einem Feldversuch die Einführung von DNSSEC . Hier wird also mit Bundesmitteln und damit Steuergeldern eine absolut begrüßenswerte Technologie eingeführt, welche aber gleichzeitig die Sinnlosigkeit des Sperransatzes im “Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen” entlarvt.

Ich argumentiere hauptsächlich auf technischer Ebene, die rechtlichen und gesellschaftspolitischen Argumente wurden von verschiedenen Seiten — auch in den von Familien- und Wirtschaftsministerium  eingeholten Gutachten — mehrfach vorgebracht.

Nachtrag, 11. Juni: Heise hat einen älteren, sehr lesenswerten Artikel zu DNSSEC und Sperren per Nameservermanipulation. Es dürfte mittelfristig darauf hinauslaufen, dass der Client einen Resolver bekommt und der manipulierte Nameserver des Providers gar nicht mehr angefragt wird.

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4 responses to “Brief ans Familienministerium: DNSSEC vs. Kinderpornosperren”

  1. […] Brief ans Familienministerium: DNSSEC vs. Kinderpornosperren – Kommentar: Danke für den Hinweis, Mattias. 10.6.09 Beschließt der Bundestag das […]

  2. […] Eriks Blog: Der SPD-Parteivorstand hat beschlossen king balance: Das ist derzeit die ganze Misere der SPD: der Mangel an Mut! MOGIS: Jetzt wird es ernst .. Compyblog: “medial unerwünscht” indymedia blog: SPD-Parteitag Vorstand will Zensursula nicht netzpolitik.org: SPD-Bundesparteitag beschließt “Löschen vor Sperren” zweipunktnull: Zensursula zwingt die SPD in die Knie netzpolitik.org: Zensursula-Aktion an der Uni Hannover F!XMBR: Plattitüden im Superwahljahr 2009 Reizzentrum: Ist es ein Rechtsstaat, eine Bananenrepublik oder nur noch eine Lachnummer? Knuddelbacke: Parteivorstand zur Zensur im Netz mein-parteibuch.com: SPD weiter auf gutem Weg zu Projekt 18 Piratenpartei Sachsen: Offener Brief an die Dresdner Bundestagsabgeordneten Internet-Law: Beschließt der Bundestag das Sperrgesetz doch noch vor den Wahlen? F!XMBR: Netzsperren-Gegner sind anonyme Pädokriminelle Lars Haise: Das Stopp-Schild wird kommen (vorerst) jensscholz.com: Diese zunehmende Osteoporose der Columna Vertebralis bei der SPD netzeitung.de: China kann in Webfilter keine Zensur erkennen blog.mattiasschlenker.de: Brief ans Familienministerium: DNSSEC vs. Kinderpornosperren […]

  3. […] die Frage nach der Verhältnismäßigkeit: Aus Bundesmitteln wird derzeit die Einführung von DNSSEC gefördert, welche das Gesetz mittelfristig wirkungslos machen wird. Eine Verhältnismäßigkeit […]

  4. […] siehe den darin verlinkten Brief ans Familien- und Wirtschaftsministerium, sehr lesenswert: Mattlog Blog Archive Brief ans Familienministerium: DNSSEC vs. Kinderpornosperren Etwas Kontext für die technisch Unbedarfteren: DNSSEC ist eine Erweiterung des klassischen […]