Ich hatte seit Wochen ein Mainboard nebst zugehörigem Quadcore-Opteron Phenom nebst 8GB RAM herumliegen. Das war ursprünglich ein Build-/Testsystem, sollte aber jetzt meinen doch schon etwas älteren (zweieinhalb Jahre) Desktop ablösen, der nun als Testsystem weiter dienen wird. Auf einen neuen Rechner installiert man natürlich ein neues OS — statt bislang Ubuntu 8.04.x sollte 9.10 RC zum Einsatz kommen.
Probleme bereitete die Installation und Nutzung des VMware-Players, den ich gerne als recht flexible Virtualisierungslösung einsetze.
Das Installationsproblem
Die Installation ist eigentlich simpel: Man setzt das *.bundle auf executable und startet das Paket dann mit Rootrechten. Doch ein Erfolg wollte sich nicht einstellen. Irgendwo auf halber Strecke hängt der Installer und bewegt sich weder vor noch zurück. Greppt man die Ausgabe von ps waux nach gcc-Prozessen durch, wird man schlafende oder wartende Kompilationsvorgänge finden.
Warum das? Die Kompilierung der VMware-Module verursacht viele Warnungen über fehlende Symbole. Daran verschluckt sich nun der umgebende Python-Prozess und nichts geht voran. Die Lösung hat das VMware-Forum parat:
- Man startet die Installation in zwei Fenstern (je mit Rootrechten)
- In einem der Fenster startet man das Bundle mit dem Parameter --ignore-errors
- Im zweiten Fenster tötet man gnadenlos alle Modul-Bauprozesse:
while true; do killall -9 vmware-modconfig-console; sleep 1; done
Die Schleife mit Strg+C abbrechen, wenn die Installation durch ist. - Am Ende hat man zwar eine VMware, aber keine Kernelmodule, die baut man hinterher mit
vmware-modconfig --console --install-all - Nun noch den VMware-Dienst neu starten und der Player lässt sich nutzen
Das Mausproblem
Schnell werdet Ihr feststellen, dass die Maus in der VMware hüpft und immer wieder aus der VMware raus oder in sie rein wechselt. Ein vernünftiges Arbeiten ist so nicht möglich.
Die Lösung des Problems hat Rootloot.de herausgefunden: Eine Inkompatibilität, zwischen Ubuntus Gtk+ und dem Gtk, das die VMware erwartet. Der Trick: Einfach die VMware zwingen, das mitgelieferte Gtk+ zu nutzen, auch wenn die Darstellung nicht zu 100% mit dem Rest des Desktops kongruent sein sollte. Am besten per Export einer Umgebungsvariable. Da ich die VMware eh immer aus einer Shell starte, habe ich mich mit
export VMWARE_USE_SHIPPED_GTK=force
beholfen. Bingo, klappt alles!
Comments
5 responses to “Ubuntu 9.10 Karmic Koala und VMware Player”
Seltsam, ich habe keinerlei Fehler bei der Installation feststellen können. Da ich VMWare nicht täglich nutze, der Server beim Booten aber immerhin 8sec. in Anspruch nimmt, habe ich den Dienst von VMWare in meinem System abgeschaltet.
Ich habe einfach den Eintrag im Startmenü wie folgt geändert:
sudo /etc/init.d/vmware start | /usr/bin/vmware
Wenn man dann nicht von einer Passwortabfrage gestört werden will, kann man die sudoers für diese Anwendung erweitern.
Das Problem beim Kompilieren tritt nur bei einer Neuinstallation auf. Wer beispielsweise auf einem 2.6.28er-Kernel installierte und schrittweise auf 2.6.31 aktualisiert, wird die Probleme nicht feststellen, weil zum Aktualisieren der Module andere (weniger anfällige) Routinen zum Einsatz kommen als bei der Neuinstallation.
Dass die Gtk-Problematik nicht überall auftritt ist auch nachvollziehbar: Ich bin sicher, das Windowmanager und die Tatsache ob Compositing genutzt wird oder nicht, auch eine Rolle spielen.
[…] VMware Players 2.5.3 lief jedoch nicht durch, sondern blieb kurz vor Ende einfach stehen. Mit Hilfe dieser Anleitung, war das Problem jedoch behoben. Zum Glück war darin auch gleich das Problem und die Lösung dazu […]
[…] kaum hat man den VMware Player 2.5.3 mit Hilfe am Laufen, liest man, dass Version 3.0 des VMware Players veröffentlicht […]
Auch VmWare Workstation 6.5.3 ist auf diese Weise installierbar!
vmware-modconfig –console –install-all funktioniert zwar nicht,
aber nach dem Start von vmware werden die Module alle gebaut.