EeePC: Overclocking

Mein “erster” EeePC, ein Testgerät mit US-Tastatur, PCIe-Slot und weissem Gehäuse lief auf 900MHz. Alle derzeit ausgelieferten Geräte scheinen aber aus 630MHz getaktet zu sein. Die Taktfrequenz ist das Ergebnis aus 70MHZ FSB-Frequenz und einem Multiplikator von 9. Gelingt es, die FSB-Frequenz auf 100MHz anzuheben, hat man wieder die 900MHz der Vorseriengerätes. Sourcen für ein Kernelmodul, dass die FSB-Änderung durchführt, finden Sie unter http://code.google.com/p/eeepc-linux/. Ich habe das Modul einmal ausprobiert und bin folgendermaßen vorgegangen:

  • Kompiliert wird das Modul mit einem simplen make
  • Ein make install gibt es nicht. Kopieren Sie das Modul einfach von Hand:
    cp eee.ko /lib/modules/$( uname -r )/kernel/drivers/misc
  • Erstellen Sie mit depmod -a alle Modulabhängigkeiten neu
  • Jetzt können Sie zuerst den I2C-Bus-Treiber und dann das Kontrollmodul laden:
    modprobe i2c_i801
    insmod /lib/modules/$( uname -r )/kernel/drivers/misc/eee.ko

    Das Laden von eee per modprobe funktionierte leider bei mir nicht, keine Probleme mit insmod

Die Verwendung ist recht simpel:

  • Anheben des FSB auf 75MHz
    echo 75 24 0 > /proc/eee/fsb
  • Anheben des FSB auf 100MHz und Anheben der Core-Spannung
    echo 100 24 1 > /proc/eee/fsb
  • Umschalten auf manuelle Lüftersteuerung
    echo 1 > /proc/eee/fan_manual
  • Abschalten des Lüfters
    echo 0 > /proc/eee/fan_speed
  • Auslesen der Temperatur
    cat /proc/eee/temperature

Natürlich sollte man hohe FSB-Geschwindigkeiten nicht mit einem abgeschalteten Lüfter kombinieren. Auch kann es bei hohen FSB-Geschwindigkeiten vorkommen, dass der Prozessor nicht mehr stabil läuft, ein Anheben der Corespannung hilft möglicherweise ab, verursacht aber 14% mehr Leistungsaufnahme und dementsprechend weniger Akkulaufzeit. Aufgefallen ist mir, dass sich der EeePC an zu großen FSB-Änderungen auf einmal verschluckt. Auf der sicheren Seite war ich mit:

for i in $( seq 73 3 91 )
do
    echo $i 24 0 > /proc/eee/fsb
    cat /proc/eee/fsb
    sleep 1
done

Mit abgeschaltetem Lüfter, 91MHz FSB, niedriger Core-Spannung und drei Minuten bzip2 landete bei mir die Prozessortemperatur bei 61°C, was wohl gerade noch im Rahmen liegt. Ich überlege, das Modul in das Xubuntu-Image aufzunehmen und per Startupscript eine FSB-Frequenz von 85 bis 91MHz einzustellen (3MHz-Schritte), ohne Änderungen an der Lüftersteuerung vorzunehmen, bräuchte dafür aber noch Erfahrungswerte von anderen Nutzern. Mittelfristig wäre natürlich an ein kleines, in Python geschriebenes Applet fürs XFCE-Tray zu denken.

Primitives Benchmarking mit bzip2:

(Absturz beim falschen seq und der daraus resultierenden schlagartigen Änderung des FSB)

Interessante Links

Nachtrag, 10. März: Läuft bei mir stabil bis 9x91MHz, also 819MHz, darüber sporadische Abstürze, ein Init-Script wird folgen — das wird dann die Bootzeile auslesen, so dass man den maximalen Takt per Bootparameter setzen kann, was bei Problemen eine leichte Behebung ohne Rettungssystem ermöglicht.