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  • Apfelmus

    Leopard gekauft: 129€. Ein 1GB-SO-DIMM DDR1-400MHz: 79€. Eine externe USB-Festplatte für “Time-Machine”: 111€. Nach der Installation von Leopard ein langes Gesicht gemacht, weil iPhoto nicht wie vermutet beim OS mitgeliefert wird, sondern 69€ extra kostet: unbezahlbar.

    Vor bald drei Jahren (Ende Januar 2005) erwarb ich günstig ein PowerBook G4 der damals auslaufenden Serie ohne Beschleunigungssensor. Sagenhaft günstig für 1050€ netto. Die ganze Zeit lief OS X 10.3 auf dem Gerät. Open Source Software war zu Zeiten von 10.4 auch noch für die “Legacy Version” zu bekommen. Mit OS X 10.5 ging die Zahl der Softwareangebote für 10.3 zurück und so entschloss ich mich, auf 10.5 aufzurüsten. Mit einer Ubuntu-Live-CD und einer wüsten Pipeline der Form:

    dd if=/dev/hda | gzip -c | ssh ich@192.168.1.23 "cat > /tmp/g4.img.gz"

    entstand zunächst ein Image der alten Platte — schließlich hatte man ja schon allerhand Beunruhigendes über Leopard gehört und deshalb wollte ich auf Nummer sicher gehen. Die Heimatverzeichnisse sicherte ich nach Login als Root (mit sudo passwd root vergibt man ein Passwort) mit rsyncX auf eine HFS+-formatierte USB-Platte (/usr/local/bin/rsync -avP –eahfs /Users/ /Volumes/Ziel/Users/).

    Die Installation führte ich schließlich mit Löschung des alten Startvolumes durch, ich wollte auf Nummer sicher gehen. Tatsächlich kam es danach zu keinen großen Problemen. Das “rsync” von OS X 10.5 beherrscht nun extended attributes, was die Wiederherstellung vereinfachte (-E statt –eahfs) und praktisch alle Anwendungen waren so schnell mit den alten Einstellungen nutzbar.

    Ärgerlich nur: Mit mencoder mach Xvid konvertierte Fernsehaufnahmen wollte der Mac zunächst nicht abspielen. Hier half VLC und das Perian-Codec-Paket. Fast genauso ärgerlich das bereits oben erwähnte Fehlen von iPhoto. Zwar liegen die Fotos selbst als normale JPEGs im Library-Verzeichnis, die Metainformationen sind jedoch in Datenbankdateien gespeichert. Von einer “Geiselhaft für Fotos” kann man also nicht sprechen, eher davon dass in diesem Fall bei mir Faulheit gegenüber Bastellust gesiegt hat.

    Ein Mac soll ja einfach nur funktionieren.

    Und OS X 10.5 auf dem “alten” G4? Die Oberfläche fühlt sich einen Tick langsamer an, aber viele Details wie der verbesserte Zugriff auf IPP-Drucker und Samba-Shares sowie die an vielen Kleinigkeiten erkennbar bessere Nutzerführung machen die Investition in 10.5 (zumindest gegenüber 10.3) lohnend. Dass wir es mit etwas älterer Hardware zu tun haben, spürt man aber schon etwas: Mehr als 1¼ GB RAM sind nicht drin und beim Abspielen von Videos, die nicht gerade mit “G4-freundlichen” Codecs erstellt wurden, kommt der Prozessor an seine Grenzen. Dennoch: Die Verarbeitung des Rechners ist auch nach heutigen Standards bemerkenswert und als Allerweltsnotebook für unterwegs dürfte das 12er-PowerBook noch ein, zwei Jährchen seinen Dienst tun.

  • Dieses Blog wird bestreikt!

    Nein, nicht wirklich.

    Derzeit ist leider das Arbeitspensum so hoch, dass es kaum zum Bloggen reicht. Tja, das ist das Los eines Selbständigen, der sich in einer recht kleinen Nische bewegt und so für Computerzeitschriften im ganzen Bundesgebiet arbeitet. Wirklich beklagen kann ich mich nicht, mein 2007 lief bislang in jeglicher Hinsicht erfolgreich, aber auch etwas stressig. Ich melde mich wieder, wenn ich etwas Muse habe. Und beim Freundes- und Bekanntenkreis melde ich mich natürlich persönlich.

  • Xen relabelled: Sun xVM

    Nachdem Oracle bereits vor einigen Tagen seine Xen-Version vorgestellt hat, ist endlich Sun dran: Als xVM wird ein modifizierter (?) Xen-Hypervisor angeboten werden, der Solaris-Instanzen ausführen wird. Das Produkt passt hervorragend in Suns Angebotspalette: Wer Solaris virtualisieren wollte, musste bislang zur recht teuren Niagara-Architektur greifen — bei dieser gibt es einen massiv in Hardware unterstützten Hypervisor gratis dazu. Zu Einstiegspreisen ab ca. 3000€ netto bekommt man zwar gut auf I/O und Multithreading optimierte Hardware und die Möglichkeit dutzende Linux- und Solaris gleichzeitig zu starten, muss aber auf x86-Binärkompatibilität verzichten. Daneben bietet Sun mit den Solaris Zones eine Containerlösung, die ähnlich den BSD-Jails, Linux-VServer oder OpenVZ funktioniert — performant aber nicht ideal, es hilft auch nicht, dass man in eine Solaris-Zone dank Linux-ABI einen Linux-Container stecken kann: Es bleibt ein Solaris-Kernel mit allen Eigenheiten.

    Bleibt zu hoffen, dass xVM nicht mit den langsam etablierten Xen-Schnittstellen bricht. Ich möchte in der Lage sein, auf einem normalen Xen eine openSOLARIS-Instanz auszuführen und umgekehrt unter xVM Linux-Instanzen mit xenifiziertem Distributionskernel. Dass ich viel Xen nutze, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Ich durfte in der letzten Zeit so auch die Nachteile von Xen kennenlernen. Insbesondere Wünsche ich mir eine einfache Möglichkeit, leichtgewichtige Virtualisierung (aka Chroot-Erweiterungen) auf schwergewichtiger Virtualisierung (aka Xen) nutzen zu können — und so letztlich mehr aus der Hardware rauszuquetschen als mit Xen und dennoch deutlich flexibler zu sein als nur mit leichtgewichtiger Virtualisierung.

    Scheint, dieser Traum könnte mit openSOLARIS-Zones auf Xen Wirklichkeit werden.

  • Demo in Leipzig

    Am Abend des 6. November fanden bundesweit in 40 Städten Demos gegen die geplante und — seien wir ehrlich — kaum zu verhindernde Vorratsdatenspeicherung statt. Trotz schlechten Wettters fanden sich einige Hundert Demonstranten und eine kleine Hundertschaft Polizei auf dem Augustusplatz ein um gegen die Vorratsdatenspeicherung zu demonstrieren, respektive das Recht der Demonstranten, sich zu einer friedlichen Kundgebung unter freiem Himmel zusammenzufinden, zu verteidigen.

    Beeindruckt hat mich, dass trotz schlechten Wetters fünf- oder sechshundert Demonstranten gekommen waren. Die — vermutlich fußballerprobte — Polizei war anfangs etwas nervös (klar, die einzigen die pünktlich kamen, waren Punks und ihre Hunde), So verzogen sich die Damen und Herren in grün dann auch in ihre wohlig warmen Mannschaftsbusse, lediglich eine Hand voll armer Schweine durfte dem Zug folgen und darauf aufpassen, dass nachträglich angebrachte Nieten linker Lederjacken keine Kratzer an den rechten Außenspiegeln falsch geparkter BMW (natürlich aus Leipziger Produktion) verursachten. Einziger Zwischenfall war die Abführung des gesamten “schwarzen Blockes”, der lediglich aus einer Person bestand und immerhin modisch deutlich stringenter als der Rest der Demo unterwegs war. Nunja, angesichts der Taschenkontrollen auf gefährliche Wurfwaffen (aka Bierflaschen) und der zivilgesellschaftlichen Mehrheit dürfte der zerstreute “schwarze Block” eh wenig Gefährdungspotential dargestellt haben — die Aktion einiger junger Beamter war also eher nutzlos.

    Mein Fazit: Erfreulich, mal wieder einen breiten Querschnitt der Bevölkerung auf der Straße zu sehen, der sich für Freiheitsrechte einsetzt, gegen eine Umkehr der Beweislast kämpft und sich nicht von linken wie von rechten Parolen vereinnahmen lässt.

    Fotos nach dem Link.

    (more…)

  • Knast statt Urlaub

    Berlin/Instanbul, 9. Juli 2008 — Der Fall des Deutschen Andreas K., der wegen Beleidigung des Türkentums letzten Dienstag in Antalya festgenommen wurde, sorgt weiter für diplomatische Spannungen zwischen Deutschland und der Türkei. K. droht der Prozess auf Grund des auch in der Türkei umstrittenen Paragraphen 301 des türkischen Strafgesetzbuches. Ihm wird eine Äußerung zum Völkermord an den Armeniern in einem Internetforum vorgeworfen, die er im Mai 2008 getätigt haben soll.

    Was war geschehen? (more…)

  • Browserbasteleien

    Ich warte ja schon seit einer Weile auf eine offene, freie, schnelle Firefox-Alternative. Dazu wünsche ich mir Plugin-Kompatibilität mit Firefox und die Wahl zwischen einem Gtk+- und einem Qt-Interface. Wunschtraum? Mitnichten. WebKit, die Browser-Engine, die als KHTML begann, von Apple weiterentwickelt wurde und nun — nach einigen Querelen — die Basis für künftige KDE-Browser abgibt, kann all das.

    WebKit ist derzeit Hype: Origyn auf Internet Tablets wird Webkit als Engine verwenden, Safari kommt auch für Windows und Linuxer, die kein KDE wollen werden mit einem WebKit-Epiphany bedient. Dazu bringt Qt4.4 — und damit viele Windows-Anwendungen künftig Webkit als Rendering-Engine für Helpfiles etc. Webdesigner werden also nicht drumrumkommen, WebKit in die Liste der Testbrowser aufzunehmen.

    Spasseshalber hab ich mir deshalb mal unter Gutsy Webkit aus dem SVN gezogen. Mondaybynoon zeigt recht gut, wie das geht. Der Startbefehl war beim Build vom 3. November 2007 etwas anders, aber ansonsten läuft das Ding:

    WebKit/WebKitBuild/Release/bin/QtLauncher

    Viel Browser ist noch nicht zu sehen: Es gibt keine Möglichkeit, die Schriftgröße zu setzen und die Navigation ist noch ziemlich einfach (vor, zurück, neu laden und abbrechen). Dennoch kann man sich bereits einen Eindruck über Bugs, Fähigkeiten und Geschwindigkeit verschaffen — trotz sehr geschwätziger Debug-Meldungen.

  • Schrott wird flott: Anwendungen für schwache Hardware

    In den letzten Wochen haben wir stückenweise unser altes Subnotebook — ein Überbleibsel aus New Economy Zeiten — mit einem aktuellen Linux (Xubuntu 7.10) versehen. Die relativ schwache Hardware erfordert natürlich eine besonders behutsame Auswahl von Software: 300MHz und 160MB RAM suggerieren Leistungen von etwa einem Zwanzigstel bis einem Zehntel aktueller Rechner. Mit sorgfältig ausgewählten Programmen bleibt die Maschine dennoch nutzbar: PDAs und Webtablets wie Nokias N800/N810 haben auch nicht viel mehr zu bieten. Generell gilt bei der Anwendungsauswahl, dass man besser bei einem Toolkit bleibt (Gtk oder Qt), was verhindert, dass zwei Bibliotheken mit gleicher Funktionalität gleichzeitig geladen sein müssen.

    Gestandene Linuxer dürften die folgenden Softwarevorstellungen für kalten Kaffee halten, blättert weiter oder schaut Euch beim Rootserverexperiment um. (more…)

  • Fotos September – Oktober 2007

    Last days of Summer am Cospudener See · Mit Christoph und Karla in der Spinnerei · Stau auf der A6 · Die Katze “Diva” · Im Leipziger Zoo · Mandarinente · Mein Schatz und ich · Schnee auf der A9 bei Hof · Nochmal in der Spinnerei, diesmal mit Stephan und Steffi · Mural in Connewitz · Anja und Baloo

    Nachtrag: Anja hat auch einige Fotos der letzten Wochen in ihr Fotoblog eingestellt. Wird langsam Zeit, dass wir unsere Leben auch virtuell zusammenführen…

  • Spiel nicht mit den Schmuddelkindern!

    Wer ein Blog oder eine beliebige andere Seite eröffnet möchte schnell bei Google gefunden werden. Doch dafür sind eingehende Links notwendig: Noch immer sind “Linkcount” und Relevanz der verlinkenden Seiten eines der Hauptkriterien nach denen die Reihenfolge einer Seite in der größten Suchmaschine bestimmt wird. Die Variable Pagerank — abzufragen beispielsweise per Google Toolbar — gibt etwas Aufschluss darüber. Ich selbst habe dem Pagerank bislang sehr wenig Beachtung geschenkt und stattdessen darauf geachtet, über welche Suchbegriffe Besucher kommen, schließlich möchte ich nicht die Masse erreichen, sondern interessierte (Neu-) Linuxer mit dem eigenen Server und da zählt die Qualität der Zugriffe und nicht die Quantität.

    Viele Blogger kommen in Versuchung, den Pagerank künstlich in die Höhe treiben zu wollen und verlinken viel auf andere Blogger und hoffen, dass diese zurückverlinken. So haben sich Links selbst regelrecht zu einer Währung entwickelt und stellenweise gleichen die Methoden der Verlinkung und Gegenverlinkung Pyramidenspielen. Insbesondere in der hierzulande sehr aktiven SEO-Szene verlinkt man gerne auf eine paar Alpha-SEO-ler, deren Backlinks (garantiert ohne “no-follow”) dann natürlich auf dutzende B- und C-SEOler zurückverwiesen. Perverserweise ist das einzige Thema in dieser Szene die SEO und damit primär die gegenseitige Verlinkung — Selbstreferentialität mit Null-Content at its best. Besonders diese in sich geschlossenen Communities hat Google im Visier: Als Graph visualisiert mit wenig Verbindungen zur Außenwelt lassen sich SEO-Netzwerke leicht erkennen. (more…)

  • Morgen ist Ubuntu-Tag

    Am 18. Oktober soll Ubuntu 7.10 veröffentlicht werden. Die Pakete wurden schon vor ein paar Tagen eingefroren, so dass es mir möglich war, mit dem Netinstaller zwei VMware-Images zu erstellen. Die einzelnen Pakete entsprechen bereits der finalen Version allerdings hatte der Netinstaller in den letzten Tagen noch ein paar Bugs, so dass zu viele Pakete installiert wurden. Ich habe das von Hand korrigiert, indem ich offensichtlich unnötige Pakete entfernt habe.

    Als Images stehen zur Verfügung:

    • Ubuntu 7.10 mit dem Gnome-Desktop Der vmmouse-Treiber ist aktiviert, so dass das lästige Strg+Alt zum Verlassen des Fensters wegfällt
    • Ubuntu 7.10 Minimal Die ideale Basis für einen Testserver, einfach mit apt-get die benötigten Programme nachinstallieren

    Auf Images mit Kubuntu und Xubuntu verzichte ich zunächst. Installiert einfach in der Gnome-Version mit Synaptic die Metapakete kubuntu-desktop oder xubuntu-desktop nach. Für volles Kubuntu-Feeling muss danach noch mit dpkg-reconfigure kdm der Loginmanager umgestellt werden.

    Auch an Suse-Fans habe ich gedacht:

    • openSUSE 10.3 Desktop KDE Auch hier ist der vmmouse-Treiber bereits aktiv
    • openSUSE 10.3 Minimal Hier gilt das gleiche wie oben bei Ubuntu

    Bei allen Images ist der Standardnutzer tux, sein Passwort ist leer — und damit bei Ubuntu das Passwort für sudo-Aktionen. Bei openSUSE ist auch das Root-Passwort leer. Achtung, Netzwerkmodus ist “Bridged, ggf. auf “NAT” umstellen!