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  • Kreativer Softwarevertrieb

    Sie benutzen Windows? Das ist an sich nicht besonders verwerflich, schließlich benutzen fast 40% der Leser dieses Blogs das Betriebssystem aus Redmond. Als Windows-Anwender sind sie dann sicher gelegentlich mit Shareware und Testversionen konfrontiert. Und hier bitte mal Hand auf’s Herz: lesen Sie die sogenannten Lizenzverträge immer ganz durch?

    Nein? Das sollten Sie aber, auch oder vielleicht ganz besonders, wenn es sich um Software von glücklichen Programmierern handelt. Deren Software Pdfgrabber enthält nämlich die folgende nette Klausel im ,,Lizenzvertrag”:

    3. Freischaltung und Datenüberprüfung

    Vor Freischaltung des Computerprogrammes behalten wir uns das Recht vor, die Richtigkeit des eingegebenen Freischaltschlüssels online zu überprüfen. Sie erklären sich mit dieser Überprüfung und mit der dadurch notwendigen Speicherung Ihrer Daten einverstanden. Hierzu gehören auch persönliche Daten wie z.B. Ihre eMail-Adresse. Daten werden nur gespeichert, sofern der eingegebene Freischaltschlüssel falsch ist.

    Und für Schwarzfahrer hat man gleich besondere Klauseln:

    4. Illegale Freischaltung/unbefugte Verwendung – Vertragsstrafen

    Jede Freischaltung mit einem illegalen Freischaltschlüssel, auch der Versuch der Freischaltung mit einem ungültigen Freischaltschlüssel oder jede über diesen Vertrag hinausgehende nicht vereinbarte Nutzung, die nicht nur einen geringfügigen Verstoß gegen die Nutzungsbedinungen darstellt, berechtigt uns, eine Vertragsstrafe in Höhe der dreifachen Lizenzgebühr zu verlangen. Ein Schadensersatz und sonstige Ansprüche bleiben hiervon unberührt, ebenso wie der Nachweis eines geringeren Schadens.

    Der vierte Punkt wäre nicht weiter besonders, wenn nicht in diversen Foren diverse Kiddies halb eingeschüchtert über böse Mails von PixelPlanet berichten würden, die ihnen mitteilen, daß man Gnade vor Recht ergehen lässt und ihnen die Software zum Supersonderpreis anbietet (oder sie andererseits eben den Staatsanwalt zu spüren bekommen).

    ,,Was soll’s” werden sie denken, ,,es trifft ja nicht den falschen!” Nunja, auch ich konnte mir beim ersten Lesen diverser Foreneinträge ein gewisses Grinsen nicht verkneifen, aber dennoch überwiegt beim Datenschützer in mir ein sehr flaues Gefühl in der Magengegend:

    • In Punkt 3 wird von ,,z.B. Ihre Email-Adresse” gesprochen. Werden weitere Daten übertragen? Wenn ja, welche?
    • Wie verhält es sich mit Zahlendrehern? Bekommen nur die Anwender im Netz kursierernder Keys die böse Post oder trifft es auch jene, die einen Key erwerben und diesen falsch eingeben?
    • Was macht man, wenn man nach drei Monaten mit einem bezahlten Key neu istallieren möchte? Geht man bei Pixelplanet davon aus, daß ein Key ins Internet gelangt ist oder wird das Registrierungsprozedere klaglos wiederholt?

    Auf der Webseite von PixelPlanet habe ich keinerlei Hinweise zum Datenschutz gefunden. Die Registrierungsprozedur wird dort nicht weiter kommentiert.

    Über die EXE-Datei habe ich einmal strings drüberlaufenlassen und einige Hinweise auf ,,enge Kontakte zu Outlook” gefunden. Ich wäre dankbar, wenn einer der in Windows firmen Leser dieses Blog sich PdfGrabber einmal annehmenn könnte und schaut, ob und wie PdfGrabber auf Outlook zugreift und welche Daten von Dort angefordert werden.

  • Echte Blogs brauchen Hundebilder!

    Keine Ahnung, wer damit angefangen hat, aber ich kopiere hiermit einfach mal den Schockwellenreiter und stelle ein Foto von Ingo ins Netz:

    Ingo, ein Hund

    Ingo ist der Hund vom Huf- und Klauenpfleger in unserer Straße (und Webmaster der verlinkten Seite). Wenn Wolfgang auf Schulung ist, darf Ingo auch mal bei uns sein. So geschehen vor etwa einer Woche. Obwohl Schäferhund, hat sich Ingo offensichtlich pudelwohl bei Anja und mir gefühlt.

    Nachtrag: nicht Ingo ist Webmaster, sondern Wolfgang. Ingo übt noch den Umgang mit der Shell und dem Editor, macht jedoch bereits Fortschritte.

  • Grenzen von Stylesheets

    Stylesheets sind eine feine Sache, Bildschirm- und Druckdarstellung lassen sich ganz toll trennen (man mache die Probe aufs Exempel und sehe sich die Druckvorschau dieser Seite an), ordentliche Browser verstehen solche Konstrukte:

    a:after {
    content: ” (” attr(href) “) “;
    }

    Solch ein Stylesheet-Eintrag erlaubt es, URLs mit auszudrucken, damit man sie auch wiederfindet, wenn man nachher nur den Ausdruck hat.

    Doch leider gibt es Grenzen. So beherrscht kein mir bekannter Browser einen ordentlichen Blocksatz. Insbesondere an der Trennung scheitert die Lesbarkeit. Weder Mozilla noch Opera punkten hier. Halbwegs akzeptabel erscheint mir einzig IE unter Windows, der jedoch das a:after nicht beherrscht.

    So habe ich die lange auf Eis liegende Erweiterung für den LaTeX-basierten PDF-Export für ILW Websuite wieder ausgegraben und werde sie in den nächsten Tagen bei einigen zahlenden Kunden implementieren.

    Hier ein kleiner Vorgeschmack anhand der Beispielseite für die Wiki-ähnliche Syntax:

  • Videoüberwachung in Weimar

    Der Spiegel hat einen interessanten Artikel Videoüberwachung in Weimar. Dort kommen mitten in der Innenstadt zoom- und schwenkbare Kameras zum Einsatz in deren Fokus auch ein SPD-Büro und die Büros zweier Zeitungen liegen.

  • Amazon und der Datenschutz

    Der amerikanische Online-Buchhändler Amazon betreibt sein gesamtes Abrechnungssystem in den USA. Nach dem Safe-Harbour-Abkommen von 2000 ist die USA datenschutzrechtlich ein sicheres Land. Leider hat sich zwischenzeitlich die Situation geändert und US-Behörden haben im Zuge der durch die Bush-Administration beschlossenen Notstandsgesetze zur Abwehr des Terrorismus Zugriff auf die ehemals als sicher geltenden Datenbanken.

    Bereits im Mai wies Jörg Heidrich in einem iX Artikel auf mögliche Unstimmigkeiten und Gefahren durch die Datenverarbeitung in den USA hin.

    Nun scheint bewiesen, daß Amazon nicht nur reine Abrechnungsdaten in den USA verarbeitet, sondern Lesepreferenzen nicht von Abrechnungsdaten trennt. Einer Stuttgarterin, der die Einreise verweigert wurde, offenbarte der Border Agent, daß er Zugriff auf Kundendaten hatte.

    Grund genug, auf einer eigenen Seite dem Thema nachzugehen und Michael Moore einmal zu fragen, warum er denn für Amazon wirbt.

    Update, 22. Januar 2006, der Übersichtlichkeit zuliebe zusammengefasst:

    Leider klärt Amazon seine Kunden nicht darüber auf, was das im Jahre 2000 ausgehandelte Safe-Harbour-Abkommen im schlimmsten Fall seit dem 11. September für die Daten seiner deutschen Kunden bedeutet: verdachtsunabhängiger Vollzugriff für US-amerikanische Behörden auf Ihre Lesepräferenzen.

    Amazon Deutschland dürfte spätestens mit Erlaß des PATRIOT ACT klargeworden sein, daß der Zugriff durch US-Behörden im Rahmen von ,,Maßnahmen zur Abwehr des Terrorismus” nicht nur theoretisch sondern auch praktisch erfolgen wird.

    Dennoch zeigte Amazon Deutschland keinerlei Reaktion: die deutsche Amazon Website verweist auf der Datenschutzerklärung immer noch auf ,,Safe Harbour” und die sicheren Drittländer, die die USA nun aus datenschutztechnischer Sicht nicht mehr darstellen.

    Meiner Meinung nach bestände die einzig glaubwürdige Reaktion von Amazon.de darin, die gesamte Abrechnung deutscher Kunden in Deutschland vorzunehmen. Um das zu erreichen ist Druck seitens des Kunden nötig:

    • Wenn Sie Teilnehmer des Amazon-Partnerprogrammes sind, schreiben Sie Amazon an, bitten Sie um eine Stellungnahme und drohen Sie damit, aus dem Partnerprogramm auszusteigen, sollte keine befriedigende Reaktion erfolgen, tun sie es.
    • Wenn Freunde oder Bekannte Teilnehmer des Amazon-Partnerprogrammes sind, weisen Sie diese auf Ihre datenschutzrechtlichen Bedenken hin. Ich habe es mir einmal erlaubt, mit einem Brief an Michael Moore anzufangen.
    • Verlinken Sie auf den iX Artikel Datenwanderung, am besten mit den Schlagworten ,,Amazon” und ,,Datenschutz”. Das steigert die Chancen beträchtlich, daß dieser Artikel besser gefunden wird und sich Amazon-Kunden ein Bild der tatsächlichen Datenschutzsituation machen können.
    • Arbeiten Sie mit an einer Liste ,,Bücher, die Ihnen helfen, in die USA einzureisen”
  • Willkommen!

    Überall sterben die Blogs? Nein, wir tun etwas dagegen. Nach ein paar Jahren ist es einmal wieder soweit, daß meine Homepage einer dringenden Überarbeitung bedarf.

    Anstatt jedoch wieder eine streng hierarchische Struktur zu verwenden, versuche ich eine Mischung aus Blog und klassisch. Die Startseite wird zum Blog-Teil, dort wo es tiefgehender und langfristiger wird, darf in die klassische hierarchische Struktur einsortiert werden. Mal sehen, vielleicht funktioniert der Spagat ja.

    Von Layout und Farben versuche ich die Seite weitgehend in demselben Stil zu halten, wie meine alte Seite http://mattias.schlenker-webdesign.de/, allerdings verwende ich strenges XHTML 1.0 und CSS 2, eine Druckversion ist nun nicht mehr nötig, da gängige Browser hier ein spezielles Stylesheet automatisch anwenden.

    Leider saugt IE gewaltig, so daß ich Nutzern dieses Browsers nach einigen Fehlversuchen wieder ein Tabellenlayout ausliefere. Sogar KHTML hat eine wesentlich bessere CSS-Unterstützung. Warum nur, lieber Bill müsst Ihr dem Fortschritt so im Wege stehen? Den Browser-Krieg habt Ihr gewonnen (zumindest bei den Normalusern), nun könntet Ihr bspw. KHTML als Rendering-Engine und Tabbed-Browsing integrieren. Aber werft bitte die Mosaic-Engine weg!

    Telepolis hat einen interessanten Artikel zum Thema Blogsterben.

    Update, 22. Januar 2005: Ich habe mich der Masse angeschlossen und verwende nun WordPress. Ein eigenes Theme wird folgen.