Author: mattias

  • Filmtipp: Sieben Mulden und eine Leiche

    Thomas Haemmerli steckt gerade in den Vorbereitungen für die Party zu seinem 40. Geburtstag, als er und sein Bruder vom Tod der Mutter erfahren. Das Verhältnis zu ihr war in den letzten Jahren nicht besonders eng und weder Thomas noch Eric wissen, was sie beim Aufräumen der Wohnung erwartet, sie ahnen aber bereit, warum Mutter nie jemanden hereinließ. Die nächsten vier Wochen werden sie damit zubringen, die Behausung der Messie-Mutter zu entrümpeln, Müll von Dokumenten zu trennen und aus den Haufen von Unrat viele noch nicht entwickelte Super8-Filme zu bergen.

    Die sind nicht die einzigen Zeugnisse einer Fassade, die bis zur Scheidung der Eltern aufrecht erhalten wurde, während hinter den Kulissen die Messer nicht nur gewetzt wurden: Es finden sich auch allerlei Papiere aus abgeschlossenen, laufenden und angedachten Prozesse der streitlustigen Witwe, Scheidungsunterlagen aus einer Zeit, als vor Gericht schmutzige Wäsche in all ihren unappetitlichen Details gewaschen wurde, Hinweise auf Kuckuckskinder und Zank zwischen Mutter und Großmutter um ausgespannte Liebhaber. So geraten die Bilder der morbid lustigen Aufräumerei zu einer Metapher für die Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte, die sich eben nur vordergründig der läuternden Kraft des Feuers übergeben oder Mulde für Mulde entsorgen lässt.

    Die Erleichterung des Zuschauers am Ende des Films währt nur kurz: Was hält eigentlich meine eigene Familiengeschichte noch für mich bereit?

    In Leipzig läuft “Sieben Mulden und eine Leiche” derzeit in der naTo, meine Hamburger Freunde und Kollegen sollten sich sputen, weil dort heute eine Aufführung mit Thomas Haemmerli himself stattfindet.

    PS: Ich bin eigentlich ziemlich froh, dass ich nicht irgend eine Kulturspalte (OK, Auto und Computer würde sich bei mir eher anbieten) für eine Tageszeitung schreiben muss, denn dann könnte ich Bilder wie die im nächsten Eintrag nicht ins Netz stellen…

  • Innerorts in Brandenburg

    Vor ziemlich genau vier Wochen wurde ich mit unserem neuen Dieselgleiter geblitzt. Jetzt ist das Foto da. Innerhalb einer geschlossenen Ortschaft in Brandenburg:

    OK, das Lästern über Brandenburg sollte ich anderen überlassen, Rainald Grebe kann das viel besser (Danke für den Link, Anja!).

    Interessant am Rande ist die sehr ästhetische und komfortable Bußgeldinfrastruktur, die Brandenburg da aufgebaut hat: Bußgeldbescheide werden wohl automatisiert mit dem Textsatzsystem TeX oder LaTeX gesetzt (ich sehe keinen anderen Grund die alten serifenlosen CM-Schriften zu verwenden) und mit dem Bußgeldbescheid erhält man Nutzername und Kennwort fürs Login auf www.polizei.brandenburg.de. Dort kann man dann hochauflösende Fotos anschauen. Oder runterladen und als Trophäe ins Blog stellen. An Web 2.0 Mashups arbeitet man angeblich.

    Anyway, nach allem was ich an diesem kurzen Abend recherchiert habe, hat das Land Brandenburg seine Infrastruktur ganz massiv auf freie Software umgestellt und zeigt so auch den behutsamen Umgang mit dem Geld der Bürger. Und dafür zahlt man doch gerne mal 15€ Bußgeld. Auch wenn die geschlossene Ortschaft auf dem Beweisfoto nicht als solche erkennbar ist, oder?

  • EeePC: Image auf große Karten strecken

    Das von mir zum Download angebotene Xubuntu 8.04 Image ist derzeit auf die Größe der internen SSD abgestimmt. Bereits bei vielen USB-Sticks verliert man ungenutzte 40MB, bei 8GB-Sticks die Hälfte des Speicherplatzes. Doch das Image lässt sich ohne Umkopieren innerhalb weniger Minuten auf die gesamte verfügbare Größe strecken. Das Resizing funktioniert auch wenn das zu streckende Laufwerk Bootmedium ist, erfordert dann aber ein oder zwei Neustarts.

    • Erlangen Sie mit sudo su - Rootrechte und lassen Sie sich mit fdisk -ul den Gerätenamen des Sticks/der SD-Karte sowie deren Größe ausgeben. Notieren Sie den Endblock zur späteren Kontrolle und natürlich den Namen des Gerätes. Der Screenshot zeigt eine externe USB-Festplatte mit 40GB.

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  • EeePC: Xubuntu 8.04 Image fürs Asus-Restore-Tool

    Mit Erscheinen von Ubuntu 8.10 und der Auffächerung der EeePC-Palette ist das hier vorgestellte Image für die meisten Benutzer hinfällig geworden. Falls Sie es dennoch testen wollen: Das angebotene Image funktioniert nur auf EeePC 701 und mit geringem Mehraufwand auf EeePC 900. Atom-basierte EeePCs werden nicht unterstützt.

    Ich rate daher eher zur Installation von USB-Stick (als Ziellaufwerk kann auch eine SD-Karte dienen) wie hier beschrieben: Das perfekte Netbook-Setup: 1. Installation von Ubuntu/Xubuntu 8.10

    Regelmäßige Leser dieses Blogs dürften unsere in den letzten Wochen erstellten (X)Ubuntu-Images für den EeePC bereits kennen und vielleicht schon selbst von SD-Karte oder USB-Stick ausprobiert haben. Mit dem aktuellsten Image kommt die Möglichkeit hinzu, ein Xubuntu mit einigen zusätzlichen Paketen auf dem Stand vom 14. Mai 2008 (Ubuntu 8.04 final + kleinere Sicherheitsupdates + wichtiges SSH-Update vom 13. Mai) mit dem Asus-Restore-Tool auf die interne SSD zu installieren (und von mir aus bei Nichtgefallen gleich wieder wegzuflashen). Benötigt wird lediglich ein zwei Gigabyte großer (oder größerer) USB-Stick und die EeePC-Support-DVD. Wer das Image auf SD-Karte oder USB-Stick installieren möchte, kann dies nach der alten Anleitung tun.

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  • Zeug wegschaffen

    Dieses “Getting Things Done” scheint ja auf der anderen Seite des großen Tümpels eine richtige Ganztagesbeschäftigung zu sein und schwappt derzeit als echte Welle auch in die alte Welt. Schaut man sich aber die vielen Vorschläge zur besseren Organisation an, wird man den Eindruck nicht los, dass die für GTD aufgewendete Zeit kaum wieder reinzuholen ist. Ich habe — intuitiv und ohne vom GTD-Kult zu wissen — in den letzten Jahren ein eigenes System entwickelt, das vor allem auf einer großen Magnetwand basiert.

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  • EeePC: Overclocking

    Mein “erster” EeePC, ein Testgerät mit US-Tastatur, PCIe-Slot und weissem Gehäuse lief auf 900MHz. Alle derzeit ausgelieferten Geräte scheinen aber aus 630MHz getaktet zu sein. Die Taktfrequenz ist das Ergebnis aus 70MHZ FSB-Frequenz und einem Multiplikator von 9. Gelingt es, die FSB-Frequenz auf 100MHz anzuheben, hat man wieder die 900MHz der Vorseriengerätes. Sourcen für ein Kernelmodul, dass die FSB-Änderung durchführt, finden Sie unter http://code.google.com/p/eeepc-linux/. Ich habe das Modul einmal ausprobiert und bin folgendermaßen vorgegangen:

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  • Liest das hier eigentlich jemand?

    Nicht, dass ich in einer Sinn- oder Schaffenskrise wäre. Es würde mich halt so interessieren. Die meisten Kommentare kommen jedenfalls von irgendwelchen Suchenden, die per Google einen drei Jahre alten Beitrag über ein interessantes Thema gefunden haben — wer sucht schon nach “Himmel”, “Flathead”, “Motofone F3”, “205 Multi”, “Nissan Aprio Tuning” (ein Amok fahrender Mexikaner im umgelabelten Logan?) oder “Kryptochef” — und deshalb halt etwas verspätet kommentieren.

    Oh ja: Und mit jedem Kommentar tut ihr etwas gegen den Säurefraß alter Bücher!

  • Das Leben ist eines der gefährlichsten…

    Gestern gefunden:

    Philosophischer kann man vor den Gefahren des Lebens wohl kaum warnen: “Nein, nicht der Gegenstand, den Du in der Hand hast ist gefährlich, sondern die Tätigkeit, für die Du ihn einzusetzen gedenkst.”

    Hintergrund dieser poetischen Warnung in einem Petzl-Manual war der profane Kauf einer “Klettergrundausrüstung” im “Guten Griff” gestern. Anja und ich sind in den letzten Jahren gelegentlich mit Freunden, Onkels, Tanten und Firmenincentives klettern gewesen, haben aber immer Material ausgeliehen und uns — weil immer eine Weile dazwischen lag — das Sichern jedesmal neu erklären lassen. Jetzt haben wir endlich einen Grundkurs an zwei Wochenenden mitgemacht (Danke, Tim aus London/Connewitz!) und dürfen mit Plastekarte ganz offiziell Toprope klettern. 🙂

  • Abkündigungen en Masse: Debian, openSUSE, Ubuntu

    Rootserver-Admins aufgepasst, für einige Distributionen wurden die Sicherheitsupdates eingestellt oder sie werden bald eingestellt. Verrottende Bits und ausbleibende Flicken können so aus Eurem Server eine tickende Zeitbombe machen.

    • Debian 3.1 wurde offiziell Ende März eingestellt, jetzt heisst es schnellstens auf Debian 4.0 zu aktualisieren. Vielleicht wird die 5.0 Ende des Jahres fertig, so dass dann bis Anfang 2012 erst einmal Ruhe ist.
    • Ubuntu 6.10 ist am 25. April 2008 fällig. Wer mit apt-get dist-upgrade aktualisieren möchte, sollte schrittweise vorgehen: zuerst auf 7.04, dann auf 7.10 und in ein paar Wochen auf 8.04. Die ist dann eine LTS-Version, die mit viereinhalb bis fünf Jahren Patches auf dem Server aufwarten kann.
    • openSUSE 10.1 hat noch einige Wochen Gnadenfrist und soll Mitte Mai die letzten sicherheitsrelevanten Updates erhalten. Aus dem Termin lässt sich abschätzen, dass openSUSE 10.2 zwischen Oktober und Dezember fällig sein dürfte. Gerade die Versionen mit dem Zenworks-Daemon haben sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert und das Paketmanagement hat einige Änderungen erfahren müssen, so Upgrades von Produktivsystemen auf 10.3 oder 11.0 spannend werden dürften.

    Einen Pranger gibt es diesmal nicht. Kein großer Provider bietet derzeit Rootserver mit den auslaufenden Distributionen an. Allerdings könnten 1&1 und Strato langsam von openSUSE 10.2 auf 10.3 aktualisieren, damit Neukunden nicht in sechs Monaten aufwendig updaten müssen.

    Kleiner Nachtrag: Server4You bietet heute (8. April 2008) noch Systeme mit openSUSE 10.1 an — es wäre nicht schön, wenn diese tatsächlich so ausgeliefert würden, weil so gleich am Anfang ein Update erzwungen wird.

  • Käfertreten: Ubuntu 8.04 auf dem EeePC

    In den letzten Wochen hat Ubuntu 8.04 einige Fortschritte gemacht, aber gerade für den EeePC sind noch Modifikationen notwendig, die von der Standardkonfiguration nicht abgedeckt werden. Die fleissigen Tester des Images für USB-Stick oder SD-Karte haben einige Daten geliefert und Probleme geschildert. Das steht in den nächsten Wochen an:

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