Category: Gadgets

  • Randnotizen, 17. Dezember 2008: Goodbye Zaurus, Fritz!Box, Netbooks von Apple?

    Eigentlich nehme ich mir vor, einmal pro Woche Randnotizen einzustellen und wenigstens zweimal im Monat “richtige” Artikel. Das klappt aber auch nicht immer, gerade jetzt ist zu recht hohem Arbeitsaufwand noch eine fiese Erkältung dazugekommen, die mich hoffentlich nicht allzu sehr ausbremst.

    • In eigener Sache: Seit einigen Monaten arbeite ich an “eigenen” Heftkonzepten rund um verschiedene Hard- und Software-Themen. Teils biete ich die Themen den Verlagen an, teils kommen Verlage mit Themenvorschlägen auf mich zu. Frisch am Kiosk ist das Sonderheft Joomla des bei Data Becker erschienenen Open Source Magazins.

    • Einer tritt ab: Sharps Zaurus-Serie war ein Pionier unter den Linux-PDAs. Als Oberfläche kam Qtopia zum Einsatz, die recht offene Architektur spornte aber viele Entwickler zum Bereitstellen freier Distributioenn an. Wir erinnern uns an die ersten Modelle mit Schubladentastatur und den Nachfolger im Mini-Clamshell-Design. Leider wurden die Zaurii nur wenige Jahre lang offiziell nach Deutschland importiert und zuletzt kaum aktualisiert, so dass viele heute selbstverständliche Funktionen per CF-Karte nachgerüstet werden müssen. Pulster hat noch einige und einen liebevoll gemachten Erfahrungsbericht findet man in der Psionwelt. Nun, der Zaurus hat seine Schuldigkeit getan, zwischen Smartphones, Netbooks und Internet-Tablets bleibt einfach eine zu kleine Nische. Goodbye, Zaurus!

    • Firmware für die Fritz!Box: Bereits seit Wochen liegt bei mir eine Fritz!Box 7270 im Büro, die ich leider nicht einsetzen konnte. Der Grund: Der DSL-Anschluss befindet sich am anderen Ende der Wohnung und im Gegensatz zur 7170 weigerte sich die 7270 bislang, als Brückenkopf zur 7050 in meinem Büro zu fungieren. Mit der neuen Firmware soll das endlich möglich sein.

    • Bringt Apple ein Netbook? Möchte man einem Analysten glauben, der auf Triangulation oder Kreuzpeilung setzt, steht die Ankündigung unmittelbar bevor. Interessantes Gedankenexperiment: Das Netbook wird an den Appstore gefesselt und sorgt so dafür, dass die kleineren Margen durch den Hardwareverkauf durch Apples Zehnten an Appstore-Software ausgeglichen werden. Ob ein kastriertes Netbook, auf dem ich keine Software installieren kann, die “Funktionalität von Apple Software dupliziert” attraktiv ist? Ich glaube nicht.

    • Und ich dachte, EULAs gehen nicht unverständlicher: Microsoft ist immer für einen Spaß zu haben:

  • Mit dem Netbook unterwegs: Argentinien Halbzeit

    Mittlerweile sind wir zehn Tage unterwegs. Mit dabei relativ schmales IT-Equipment: EeePC 701, Garmin 60, Digitalkamera und einige SD-Karten sowie USB-Sticks. Ich bin wirklich froh, das Netbook und kein Internet-Tablet mitgenommen zu haben. Mit dabei sein sollte auch ein kleiner Adapter für Euro-Stecker, da gerade in Neubauten keine Steckdosen mehr installiert werden, die sowohl Eurostecker als auch argentinische Y-Stecker schlucken. Derartige Adapter bekommt man auch für gut einen Euro bei jedem kleinen Elektro-Installateur.

    (more…)

  • Randnotizen, 26. September 2008: Zum letzten Mal iPhone, Netbooks, die keine sind und MP3-Player

    • iPhone: Einfach nur peinlich ist, dass Apple bei weiteren Applikationen, die Funktionalität der eigenen Anwendungen nachbilden, den Stecker zieht. Erwischt hat es diesmal einen Mailclient, der angeblich Verwirrung stiften könnte. Verstehen muss ich das nicht, oder? Schließlich kann man davon ausgehen, dass nur Kunden im AppStore nach Mailclients suchen, die mit dem vorinstallierten nicht zufrieden sind. Damit derartige Ablehnungen künftig nicht qualifiziert an die Öffentlichkeit kommen, versieht Apple die Ablehnungsbescheide schon einmal mit eigener NDA. Mit der Meta-Top-10-Liste und dem Entwicklerprotest ist das Thema iPhone für mich gegessen.

    • Android: Googles Software-Plattform Android debüttierte unterdessen auf Hardware, die noch hässlicher und fetter ist, als so ziemlich alles seit dem Nokia 9110i (Test bei Golem.de). Entwickeln muss man in Java. Aber nicht mit den APIs, die man von J2ME und anderen gewohnt ist, sondern mit Androids eigenen APIs. Im Gegensatz zur relativ liberalen Lizenzierung des SDK spornt das nicht gerade zur Portierung existenter Anwendungen an. Immerhin verspricht Android bald omnipräsent zu sein: Der nächste Schritt sind Infotainmentsysteme im Auto.

    • Netbooks und MIDs: Erinnert Ihr Euch noch daran, wie vor gut zwei Jahren der UMPC zur Zukunft des mobilen Computing hoch- und ganz schnell wieder abgeschrieben ([en]) wurden? Mittlerweile sind Netbooks einfach da, dennoch wird — bald sind höher integrierte Atoms verfügbar — schon einmal vorsorglich das Zeitalter der MIDs (Mobile Internet Devices) ausgerufen. Ich bin da skeptisch, als Nutzer von Netbook und Internet Tablet würde ich im Zweifel zu einem kompakten Netbook greifen. Viel lieber hätte ich ein simples, billiges Tablet mit sieben oder acht Zoll und 1024x768600, mit dem man so komfortabel wie mit dem Netbook surfen und im Zweifel per BT-Tastatur tippen kann.

    • Garantiert kein Netbook ist das Celio Redfly Mobile Companion (Produktseite). Letzendlich handelt es sich bei dem eckigen Gerätchen um eine externe Tastatur und Maus mit großem Display, die in einem Netbook-ähnlichen Klappgehäuse stecken. Ohne Speicher, ohne OS und ohne eigene Logik. Eigentlich ist die Idee verdammt gut, allerdings setzt das Celio ein Windows Smartphone voraus und möchte per USB angebunden werden. Bluetooth und Offenlegung des Kommunikationsprotokolls bitte, dann passt das Ganze zum Neo Freerunner.

    • MP3-Player: Die Veröffentlichung von Rockbox 3.0 hat mich wieder daran erinnert, dass ich ja gerade einen einfachen suche. Aber keinen komplexen, der mit Rockbox läuft, eher einen einfachen mit zwei bis vier GB, primär für den Sport und ab und an gegen die Langeweile. Er sollte also leicht unter Linux zu befüllen sein — MTP oder Massenspeicher? Nett wäre das Abspielen von AVIs und richtig cool wäre es, wenn er von Xvid-AVIs dazu anbieten würde, nur die MP3-Tonspur abzuspielen. Einen richtigen PMP benötige ich nicht: Das Nokia N800 genügt, um unterwegs Filme anzusehen. Erfahrungen, anyone?

  • Randnotizen, 17. September 2008: Netbooks, Maemo, iPhone und Google

    Und wie immer ein paar kurze, knackige Zusammenfassungen der letzten Tage:

  • Randnotizen, 6. September 2008: Android, Captchas, Netbooks

    Und wieder einmal die relevanten Ereignisse der Woche in der Kurzzusammenfassung:

    • Netbooks: Es ist nicht mehr schön: nun wird auch die Marke Commodore wieder ausgegraben. Boingboing titelt “Marken-Negrophilie”. Unterdessen starten die Chinesen mit ihrer eigenen Interpretation des 100$-Notebooks. Allerdings mit einem Prozessor mit MIPS-Befehlssatz, für den möglicherweise keine Lizenzen vorhanden sind (die dürften das Gerät dann nochmal fünf bis zehn Euro teurer machen). Das Dell Inspiron Mini 9 wird nun ausgeliefert — ohne F-Tasten und zunächst wohl auch ohne Ubuntu. Diese Woche habe ich ich einen EeePC 900A erhalten und werde in der Folge Ubuntu-Images auch für die Atom-Gerätchen anfertigen. Einen kleinen Blick in die Atom-Zukunft hat Engadget: Erst Herbst 2009 sollen die Pineview-Prozessoren mit integriertem Grafikkern erscheinen.

    • Android: In der Android Developer Challenge stehen nun die Gewinner fest. Die Sieger-Apps verbinden auf geniale Art und Weise Kamera, Web und den per aGPS ermittelten Standort. Bitterer Beigeschmack: Google kannte bislang nur unser Surfverhalten, wer die vorgestellten Anwendungen intensiv nutzt (nur zu verlockend), liefert dem Suchmaschinengiganten auch seine Standortdaten frei Haus

    • Unsere Server: Aus technischen Gründen laufen derzeit die meisten Sites auf der kleinen Maschine, die deshalb stellenweise zäh zu erreichen war. Nun ist der größte RAM-Nutzer identifiziert: Der hinter Jochens www.odsport.de steckende Kater will wenigstens 400MB für sich haben. Jochen musste deshalb schon auf die schnelle Maschine umziehen. Stattet ihm doch einen Besuch ab. Mittelfristig wandern alle Webserver auf die schnelle Maschine, die Mailsysteme auf die langsame, dann sollte es wieder mit gewohnter Geschwindigkeit gehen.

    • Schräg: ZDnet hat herausgefunden, warum auch komlexe Captchas heute schnell geknackt sind: Da sitzen in Indien Menschen vor dem Computer, die Captchas in einer Rate von je bis zu fünfhundert Stück pro Stunde lösen. In diesem Fall helfen nur Textaufgaben wie : “Berechnen Sie die Summe aus der dritten Wurzel von siebenundzwanzig und dem Produkt aus fünf und der Quadratwurzel von einhunderteinundzwanzig!”

  • Randnotizen, 29. August 2008: Netbooks, iPhone 3G, Servertrouble

    Und hier wieder einmal Notizen, die keine eigenen Einträge rechtfertigen:

    • Servertrouble: Vor drei Wochen habe ich einige Wartungsarbeiten an zwei meiner Server vorgenommen: Neben größeren Festplatten bekam die neuere Maschine 2x1GB DDR400 verpasst, die bislang eingebauten Riegel (2x512MB DDR400) wanderten in die kleinere Maschine. Alles lief drei Wochen gut, dann schmierte die große Maschine ständig ab. Die Ursache war recht schnell gefunden: Kaputter Arbeitsspeicher. Aber warum ließ sich die kleine, immer synchrone Maschine nicht sauber anfahren? Freezes, offenbar kam der Chipsatz nicht mit den DDR400-Riegeln klar. Ich war am Mittwoch in Nürnberg und habe alles in Ordnung gebracht. Insgesamt waren Domains wie cdprojekte.mattiasschlenker.de, eeepc.mattiasschlenker.de und blog.rootserverexperiment ab Dienstag Abend bis Mittwoch Nachmittag nur sporadisch erreichbar.

    • Netbooks: Die Vielfalt ist kaum noch zu überschauen, jetzt stößt auch FSC dazu und führt bunte Oberschalen ein. Gut für den Wiederverkaufswert, wenn man eine zurückhält und die verratzte vor dem Verkauf wegwerfen kann. Asus bietet ab September den 1000H mit Festplatte an, der auch preislich nahe am Akoya E1210 liegt. Nett sind die Tablet-Only-Geräte von NEC — als 9- oder 10-Zöller mit Aufsteller und Bluetooth für die Tastatur wäre das genial. Man könnte die fürs N800 gekaufte (und auch von mir mit dem E50 zweckentfremdete) Klapptastatur so einem weiteren Einsatzbereich zukommen lassen. Oder eine schnuckelige Apple-BT-Tastatur kaufen.

      Für Netbook-affine Nutzer habe ich ein neues Image des Ubuntu-USB-Installers erstellt, der auf dem Daily Snapshot von heute basiert (ubuntu-8.10-alternate-alpha4-20080829-i386.usb.zip). Download hier. Installation wie hier beschrieben. Positiv: Jetzt funktioniert die gesamte Hardware des EeePC 701 (und wahrscheinlich 900) out of the box.

    • iPhone 3G: Es ist mir fast schon peinlich, dieses Gerätchen zu erwähnen und ich suche auch schon fleißig nach den positiven Seiten. Immerhin gibt es eine schöne Erklärung dafür, dass in Gegenden mit hoher iPhone-Dichte (von denen viele noch nicht auf die Firmware 2.0.2 aktualisiert sind), der 3G-Empfang immer noch schlecht ist. Das impliziert aber auch, dass wir Nutzer sauberer 3G-Hardware einen Grund haben auf iPhone-Nutzer böse zu sein, die nicht auf 2.0.2 aktualisieren. Firmware 2.0.3 dürfte auch bald kommen, schließlich gibt es da einen bösen Bug, mit dem man das Gerätepasswort umgehen kann. Immerhin scheint sich auf dem Weg zum Tethering etwas zu tun. Ich befürchte, dass am Ende eine Zubuchoption zum Mobilfunkvertrag steht, welche das getetherte iPhone nochmals teurer macht. Gegen die NDA regt sich nicht nur Widerstand, laut Heise haben auch einige Entwickler eine juristische Lücke gefunden: In Zukunft wird es wohl tausende 1$-Berater-Verträge geben.

    Achja: Dass Steve Jobs noch lebt, heisst nicht, dass er untot wäre. Wie immer war es der Praktikant bei Bloomberg, der im CMS nicht auf “Save”, sondern auf “Publish” geklickt hat. Nicht bei allen Agenturen muss ein Redakteur Texte absegnen…

  • Randnotizen, 21. August 2008: EeePC 901, iPhone 3G, Linux-Kernel

    Ereignisse der letzten Tage, die keine eigenen Blog-Einträge rechtfertigen:

    • EeePC 901: Ich habe mittlerweile Unterstützung von meinem Bruder erhalten, der erfolgreich Xubuntu 8.04.1 auf dem 901 installiert hat. Die Installation von USB-Stick verlief soweit problemlos, allerdings erkennt Ubuntu 8.04.1 auf Anhieb weder die integrierte Ethernetkarte noch den WLAN-Chip. Als Ethernet-Chip kommt ATL1E zum Einsatz, für den Asus selbst Treiber bereitstellt (Anleitung hier). Der Treiber befindet sich auch bereits in 2.6.27-rc3 und im gepatchten 2.6.26-1 aus Debian 4.0r4. Nach dem Reboot kann dann der Ralink-WLAN-Treiber mit dem eigentlich für das Akoya E1210 erstellten Script installiert werden.

      Ich werde das Installations-Script für den EeePC so anpassen, dass es anhand der Informationen von lspci die richtigen Treiber erkennt und installiert und so EeePC 701, 900, 900A und 901 abdeckt. Auch werden künftige Images die Netzwerktreiber für alle genannten EeePCs enthalten. Ich bitte allerdings noch um etwas Geduld, da ich “meinen” 900A oder 901 (Testgerät) noch nicht habe.

    • iPhone 3G: Meine von vielen Lesern als Bashing mißverstandene Kritik am iPhone 3G benötigt einige Ergänzungen. So wusste ich zum Zeitpunkt des Schreibens noch nichts von den UMTS-Problemen (Umfrage bei Wired.com), die laut Golem auch mit dem Firmware-Update anhalten, ein Punkt der eher zum Abwarten raten lässt.

      Zum AppStore hat der Entwickler Steven Frank seine Gedanken zusammengefasst. In den Kommentaren tauchte der Hinweis auf, dass sich dank AdHocDistribution der AppStore für Inhouse-Applikationen sehr wohl umgehen lässt. Der Haken: Alle iPhone-IDs müssen bekannt sein, maximal einhundert Geräte können auf diese Art und Weise mit einem Build versorgt werden. Zumindest für kleine und mittelständische Unternehmen relativiert sich damit meine Kritik am Distributionsmodell. Kein kleiner Kunde wäre allerdings die Bank HSCB, die laut darüber nachdenkt iPhones statt Blackberrys auzugeben. Andere Banken sind da vorsichtiger und begründen ihr Zögern vor allem mit der unterlegenden Email-Fähigkeit und der Schwierigkeit, eigene Entwicklungen zu verteilen.

    • Kernel 2.6.26.3 und 2.6.27-rc4: Auf kernel.org steht ein neuer Produktiv- und ein neuer Entwicklerkernel zur Verfügung. 2.6.27-rc4 sollte die eingangs erwähnten ATL1E-treiber für EeePC 901/900A enthalten und neuere USB-Webcams (EeePC, Akoya Mini) unterstützen. 2.6.26.3 kompiliere ich gerade auf dem Akoya E1210. Ich hoffe, dass damit die integrierte Realtek-Ethernet-Karte wieder funktioniert.

    Nachtrag: Irgendwie war ich dem Datum einen Monat voraus. Im Titel korrigiert, eine Korrektur im Slug ist sinnlos.

  • Nein, das iPhone taugt nicht zum mobilen Admin-Werkzeug

    In den letzten Monaten habe ich mich sehr mit Argumenten zum/gegen das iPhone zurückgehalten. Der Grund: Ich wollte auf Firmware 2.0.x warten, bevor ich mir eine Meinung bilde. Mittlerweile ist 2.0.1 draußen und ich habe mein Meinung gefestigt: Nein, das iPhone taugt weder zum Admintool noch als Kommunikationsinstrument für Berufsgruppen, die besonders auf den Schutz ihrer Kommunikation achten müssen. Warum?

    (more…)

  • Abschied vom Billig-Subnotebook

    Wie Golem berichtet, soll der EeePC 900, also die im Frühsommer erscheinende Version mit Neun-Zoll-Display nicht nur ein größeres Display, sondern auch Touchscreen, GPS-Empfänger, mehr Speicher und eine größere SSD mitbringen. Der Preis wird dann bei 399€ liegen.

    Schade eigentlich, ließe sich doch mit nur einem größeren Display und dem Atom-Prozessor bei ansonsten gleicher Ausstattung der Preis von 300€ halten. Nicht dass der EeePC übermäßig teuer wäre oder die angedachten Features nicht einen beträchtlichen Mehrwert böten, der Preis von unter 300€ bewog viele Käufer erst dazu, sich den billigen, leichten EeePC als Zweitrechner zuzulegen. Mit einem um 33% gestiegenen Preis wird das nicht der Fall sein. Bleibt also zu hoffen, dass die Sieben-Zoll-Variante weiterhin im Angebot bleibt — möglicherweise auf 280 oder gar 250€ reduziert.

  • Third World Child — das Motorola Motofone F3

    Motorola F3 Verpackung

    Moderne Mobiltelefone strotzen nur so vor Features: Bluetooth, UMTS, UKW-Radio, MP3-Player, Digitalkamera, IMAP-Client, Push-Mail… Nicht das Motofone F3 von Motorola. Mit Rücksicht auf Schwellenländer hat der amerikanische Hersteller ein Nischentelefon für “Ersttelefonierer” aufgelegt, das nun auch im Westen zu Preisen von unter 50 Euro ohne Vertrag auftaucht. Wie schlägt sich ein für Analphabeten konzipiertes Handset in der Hand eines Europäers, der 12 Jahre lang Nokia treu war?

    Unboxing und Erstkontakt

    Nie war das Entpacken eines Produktes so unspannend. Das Motofone F3 kommt in einer 13 Zentimeter hohen Pappröhre. Die enthält Telefon, Akku, Ladegerät (eine winzige Wandwarze) und ein Faltblatt als “Manual”. Nicht mehr, nicht weniger. Akku rein, eine halbe Stunde ans Ladegerät und los kann’s gehen. Das “Manual” nimmt nicht einmal eine A3-Seite ein, hält sich mit Texten sehr zurück, verwendet stattdessen Bildchen, sollte aber gut aufbewahrt werden: Feineinstellungen sind später nur über obskure Kurzwahlen möglich.

    Der erste Eindruck des nur 9 Millimeter flachen und 70 Gramm leichten Telefones ist, ein recht hochwertiges Gerät vor mir zu haben: Das F3 liegt firm und glattflächig in der Hand, die Toleranzen sind gut. Maßgeblich trägt dazu bei, dass das komplette Oberteil aus einer Polycarbonatplatte gelasert wurde. Die haptische Abgrenzung erleichtern Gummirippen zwischen den Zahlenreihen. Zentrales Navigationselement ist eine aus dem Vollen gedrehte Vierwege-Wippe. Wie bei vielen Billig-Autos ist beim F3 der Schlüssel zu niedrigen Herstellungskosten die niedrige Anzahl der Bauteile und der resultierende geringe Montageaufwand. Billige Materialien, veraltete Technologie und niedrige Löhne scheinen eine untergeordnete Rolle zu spielen. (more…)