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  • Randnotizen, 7. Januar 2009: Netbooks jenseits von x86, mein Handy, der Wert eines Blogs

    Und wieder einmal sind einige Tage ins Land gegangen, einen angefangenen Blog-Artikel habe ich für Print verschachert (nach Umformuliererei wird er sicher aber auch bald hier stehen) und ich bin nach dem UMTS-Desaster vor ein paar Tagen wieder im Büro und online. Da kann ich Blogs lesen und mir Notizen dazu machen:

    • Es muss nicht immer x86 sein: Nachdem die Chinesen mit ihrem Longsoon eher die Umgehung von urheberrechtlich geschützten Befehlen im Sinn hatten und daher keine x86er in ihren Billigst-Netbooks verbauen, möchte nun auch Freescale mitmischen. Ja, das ist der Prozessorhersteller, der für Apple die G4s produziert hat. Ich habe daher auch zunächst einen Power-Kern erwartet, möglicherweise einen mit offenem Befehlssatz. Weit gefehlt, es soll ein ARM-Cortex-Kern zum Einsatz kommen. Derartige Kerne kennen wir aus Surftablets und Mobiltelefonen von Nokia und Apple. Weil Freescale mit Mockups geworben hat, die einen zum Tablet vergrößerten iPod Nano zeigen, wurden natürlich gleich Spekulationen laut. Geschickt eingefädelt, denn Freescale hat nach einem flotten Switch bei Apple noch etwas gut.

    • Andere Netbooks: Dell bekommt eine größere SSD, HP baut Alugehäuse und feinere Auflösungen und MSI probiert sich an Hybriden mit Festplatte und SSD. Gut gemacht lässt sich so die Akkulaufzeit des SSD-Gerätes mit dem Speicherplatz der Festplattenversion verbinden.

    • Ich gehe fremd: Geänderte berufliche Anforderungen haben ein anderes Mobiltelefon notwendig gemacht, das F3 reichte einfach nicht mehr. HSDPA und IMAP/S waren die Mindestanforderungen, eine Tastatur, die kein Dreifachdrücken für Buchstaben benötigt, ein Wunsch. Ich habe lange herumüberlegt, ob ich auf Nova warten, am Freerunner frickeln, ein G1 bestellen oder mit Apple angeben soll. Ich habe mich für ein einfaches Nokia E71 entschieden. Und was soll ich sagen: Das Ding fühlt sich wie seinerzeit mein Psion an. Sicher keine schlechte Wahl, aber der Sync in einer Linux dominierten Infrastruktur möchte demnächst angegangen werden.

    • Wie ermittelt man den Wert eines Blogs? Ganz einfach, man schreibt es aus. Ich traue mich das nicht, würde eh nicht viel mehr als eine Kiste Bier rauskommen. Immerhin braucht sich Robert bei diesen Publicity-Stunts nicht über den Traffic zu wundern…

  • UMTS-Blues

    Drei Tage unterwegs, trotzdem für Kunden erreichbar. Mit dem Huawei E172 und dem Linux-Netbook sollte das funktionieren. Sollte…

    • Simyo langsam… Simyo bietet mit dem Internetpaket 1GB einen netten Tarif, bei dem man für 10 Euro innerhalb von 30 Tagen 1GB verbrauchen darf — beliebig auf den Zeitraum verteilt. Coole Sache für Email unterwegs und kleinere Surfsessions, allerdings kaum (kein?) HSDPA möglich. Dennoch: Für mich eigentlich der sinnvollste Tarif.

    • …oder ganz tot: Am 1. Januar kurz nach Mitternacht ging nix mehr, zum Nachmittag des 2. Januars waren via Simyo (und laut Web-Recherche andere E-Plus-Marken) keine Datenverbindungen mehr möglich. Ärgerlich, wenn man das Gigabyte so kalkuliert hat, dass an einem Wochende der Haupt-Traffic anfällt.

    • Alternative Vodafone: Die Alternative hieß Vodafone, eine Callya-Karte hatte ich noch im Gepäck. Mit dieser lässt sich ein Websessions genannter Tarif nutzen — zu 5 Euro für 24 Stunden. Die lieferte HSDPA-Geschwindigkeit, ist aber fürs dauerhafte Surfen zu teuer.

    Ideal ist keiner der Tarife: Simyo ist und bleibt mein Brot- und Butter-Tarif, aber fürs schnelle Arbeiten und den Notfall ist aber weiterhin wenigstens auf Reisen eine Vodafone-SIM mit wenigstens fünf Euro Guthaben im Gepäck.

  • Netbooks sind von Psion

    Es war einmal ein Hersteller von kompakten Organizern. Psios Serie 5 und später der einfachere Revo waren bekannt für ihre kompromisslose mobile Nutzbarkeit, die lange Akkulaufzeit, eine einfache Bedienung und die geniale Klappmechanik, mit der Psions Mini-Computer ohne nach hinten zu kippeln immer sicher standen. Die Größe der Psions lag deutlich unter der von Subnotebooks, aber über der klassischer PDAs. Epochal war das Betriebssystem: EPOC lieferte die Basis für die bevorzugt bei Sony Ericsson und Nokia eingesetzten Handy-Systeme Symbian Series 60 und Series 90. Im Jahr 2000 als Psion noch Marktanteile im Endkundenmarkt vorweisen konnte, brachte Psion einen großen Organizer im Fast-A5-Format mit 640×480 Pixeln und einem auf Farbe angepassten EPOC. Erweitern lies sich das je nach Ausstattung als “Psion 7” oder “netbook” angebotene Gerät mit einer CF-Karte links und einer PCMCIA-Karte rechts. Geadcht war das Netbook für browserbasierte Anwendungen, Java-Anwendungen und einfache Textverarbeitung und Tabellenkalkulation. Gerade der Fokus auf Java-Applets war eine mobile Interpretation von Oracles Internet-PC.

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  • Randnotizen, 17. Dezember 2008: Goodbye Zaurus, Fritz!Box, Netbooks von Apple?

    Eigentlich nehme ich mir vor, einmal pro Woche Randnotizen einzustellen und wenigstens zweimal im Monat “richtige” Artikel. Das klappt aber auch nicht immer, gerade jetzt ist zu recht hohem Arbeitsaufwand noch eine fiese Erkältung dazugekommen, die mich hoffentlich nicht allzu sehr ausbremst.

    • In eigener Sache: Seit einigen Monaten arbeite ich an “eigenen” Heftkonzepten rund um verschiedene Hard- und Software-Themen. Teils biete ich die Themen den Verlagen an, teils kommen Verlage mit Themenvorschlägen auf mich zu. Frisch am Kiosk ist das Sonderheft Joomla des bei Data Becker erschienenen Open Source Magazins.

    • Einer tritt ab: Sharps Zaurus-Serie war ein Pionier unter den Linux-PDAs. Als Oberfläche kam Qtopia zum Einsatz, die recht offene Architektur spornte aber viele Entwickler zum Bereitstellen freier Distributioenn an. Wir erinnern uns an die ersten Modelle mit Schubladentastatur und den Nachfolger im Mini-Clamshell-Design. Leider wurden die Zaurii nur wenige Jahre lang offiziell nach Deutschland importiert und zuletzt kaum aktualisiert, so dass viele heute selbstverständliche Funktionen per CF-Karte nachgerüstet werden müssen. Pulster hat noch einige und einen liebevoll gemachten Erfahrungsbericht findet man in der Psionwelt. Nun, der Zaurus hat seine Schuldigkeit getan, zwischen Smartphones, Netbooks und Internet-Tablets bleibt einfach eine zu kleine Nische. Goodbye, Zaurus!

    • Firmware für die Fritz!Box: Bereits seit Wochen liegt bei mir eine Fritz!Box 7270 im Büro, die ich leider nicht einsetzen konnte. Der Grund: Der DSL-Anschluss befindet sich am anderen Ende der Wohnung und im Gegensatz zur 7170 weigerte sich die 7270 bislang, als Brückenkopf zur 7050 in meinem Büro zu fungieren. Mit der neuen Firmware soll das endlich möglich sein.

    • Bringt Apple ein Netbook? Möchte man einem Analysten glauben, der auf Triangulation oder Kreuzpeilung setzt, steht die Ankündigung unmittelbar bevor. Interessantes Gedankenexperiment: Das Netbook wird an den Appstore gefesselt und sorgt so dafür, dass die kleineren Margen durch den Hardwareverkauf durch Apples Zehnten an Appstore-Software ausgeglichen werden. Ob ein kastriertes Netbook, auf dem ich keine Software installieren kann, die “Funktionalität von Apple Software dupliziert” attraktiv ist? Ich glaube nicht.

    • Und ich dachte, EULAs gehen nicht unverständlicher: Microsoft ist immer für einen Spaß zu haben:

  • Fachchinesisch?

    Kommen Euch Microsofts EULAs auch manchmal chinesisch vor?

    Ein Grund mehr, bevorzugt auf Open Source zu setzen.

  • Uruguayisch

    Neulich auf einer Fähre über den Rio de la Plata — von Buenos Aires nach Colonia:

    Offenbar spricht man in Südamerika Bokmål (Norwegisch). Nun, es gibt eine Erklärung.

    (Anja spricht Bokmål. Ich selbst wusste nicht, ob es sich nun um Bokmål, Nynorsk oder Dänisch handelt.)

  • Randnotizen, 4. Dezember 2008: Netbooks, PDAs und Inflight Entertainment für Geeks

    Wieder einmal Kleinigkeiten, die für sich keine eigenen Blogeinträge rechtfertigen. Nicht böse sein, wenn einige der angesprochenen Themen ein paar Wochen alt sind. Vielleicht kann ich dem einen oder anderen Hintergrundinfos liefern, die er noch nicht kennt und außerdem nutze ich die Randnotizen eben auch als Notizen für potentielle Artikelideen. DalvikVM wäre beispielsweise ein Thema, das sich näher zu beleuchten lohnt:

    • MSI Wind vs. Medion Akoya E1210: Vor Wochen schon habe ich mir einen sechszelligen Akku (4400mAh statt 2200mAh) für mein Akoya Mini bestellt. Medion hatte keine Akkus mehr im Shop und bei Zur48 gab es den Akku für den Wind für 74,95 Euro. Da beide Geräte das gleiche Chassis verwenden, hoffte ich auf Kompatibilität. War aber nix. Ein kleiner Kunststoffsteg soll verhindern, dass man MSI-Akkus im Medion Akoya verwendet. Abhilfe ist einfach: Beide Akkus nebeneinanderlegen, den Kunststoffsteg neben den Kontakten identifizieren und dann mit dem Teppichmesser herausschnitzen. Möglicherweise tut es auch ein Lötkolben.

    • Ob es Palm schafft? Das Betriebssystem haben sie ja schon an Access übertragen, die Modellpalette enthält nun unter Produktionskosten verschacherte PalmOS-Geräte (ab 99€ beim Dittsche-Markt) und nicht wirklich aus der Masse herausragende Windows-Geräte. Schade eigentlich. Denn Palm hatte früher gute günstige Geräte mit langer Akkulaufzeit, intuitiver Bedienung und großer Anwendungsauswahl. Nun geht’s zu Ende.

    • Nokia denkt laut über Linux nach: Interessant war vor ein paar Wochen die Meldung, dass ausgerechnet Google und Motorola über den Umweg Gnome Mobile künftig zu OpenMoko, Maemo und Poky beizutragen. Offenbar ist das derzeit ausschließlich via Java-API ansprechbare Android nicht flexibel genug. Künftig wären Hybriden denkbar: Reines Android auf den günstigeren Telefonen und auf den teureren das vollständige Gnome Mobile mit einer DalvikVM, die auf Gnome- und Gtk-APis aufsetzt. Zur Konkretisierung meiner letzten Randnotizen: Nicht primär Android ist die interessante Sache, sondern die DalvikVM. Die möchte ich nicht nur auf Geräten mit einem richtigen Linux sehen, sondern auch auf iPhones. Auch Nokia denkt laut über Linux auf höherwertigen Mobiltelefonen nach, hält aber von Maemo mehr als von Android. Nach dem vollständigen Kauf von Trolltech ist Qt bald sowohl für Symbian (wird wohl das Lower-End-Betriebssystem werden) als auch für Maemo verfügbar.

    • Inflight-Entertainment für Geeks: TAM fliegen, eine der neuen 777 erwischen und kurz nach dem Start auf den Monitor im Sitz vor Dir schauen. Was ist das? Redboot als Bootloader, ein AMD Geode, 256MB RAM, natürlich Linux. Netterweise hat das Softwarehaus, welches die Inflight-Distri zusammengestellt hat auf einen Bootsplash verzichtet, so dass man schön zuschauen kann, wie eine SD-Karte gemountet wird und von dort auf Loopback eingehängte Container mit den Apps zugegriffen wird. für den “DVD”-Player scheint ein Chip von Sigma zum Einsatz zu kommen (wie im LaCie-Festplattenplayer). Auch ein paar Bugs sind drin, so beschwert sich die Bash über fehlende Klammern. Expected ‘}’. Der Bootvorgang dauert ewig, so dass man einiges über “fette” Embedded-Systeme lernen kann:

      Nachtrag: Könnte die Panasonic-Hardware und das RED-System sein…

  • It just sucks: Xen und ein kaputter Rechner

    Es kam wie es kommen musste: Kurz vor Ende des Urlaubs schmierte der Büroserver ab — ein alter Athlon XP 2000+ von ca. 2004, der in erster Linie als Datengrab dient, aber auch einige Xen-Domains für Testzwecke und den Festplattenvideorecorder beherbergt. Ein normales PC-System, das unter Ubuntu plus Xen lief, einzige Besonderheit eine Menge Xen-Domains für verschiedene Zwecke und ein paar durchgeschleifte PCI-Karten. An sich nichts Wildes, schließlich sind alle geschäftskritischen Daten mehrfach gesichert. Es sah also nach einer einfachen Sache aus: Hardware kaufen, auf der halblebigen alten Maschine einen frischen Kernel bauen, Mainboard (Sockel 775), Prozessor (billiger Zweikern-Pentium) und RAM tauschen, Reboot und gut.

    Denkste…

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  • Mit dem Netbook unterwegs: Argentinien Halbzeit

    Mittlerweile sind wir zehn Tage unterwegs. Mit dabei relativ schmales IT-Equipment: EeePC 701, Garmin 60, Digitalkamera und einige SD-Karten sowie USB-Sticks. Ich bin wirklich froh, das Netbook und kein Internet-Tablet mitgenommen zu haben. Mit dabei sein sollte auch ein kleiner Adapter für Euro-Stecker, da gerade in Neubauten keine Steckdosen mehr installiert werden, die sowohl Eurostecker als auch argentinische Y-Stecker schlucken. Derartige Adapter bekommt man auch für gut einen Euro bei jedem kleinen Elektro-Installateur.

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  • Das perfekte Netbook-Setup: 2. /home reisetauglich verschlüsselt

    In den nächsten Tagen steht eine Reise an. Mit dabei sein wird der alte, robuste EeePC 701 mit Xubuntu 8.10 und einer SD-Karte für mein Heimatverzeichnis. In einigen Ländern muss man die Notebooks hochfahren und sich anmelden. Ab und an klickt der Immigration Officer dann durch das Dateisystem und schaut ob verdächtige Dateien vorliegen. Ich stelle hier ein Setup vor, bei dem das Heimatverzeichnis eines Nutzers verschlüsselt auf einer eigenen Partition liegt und beim Login dieses Nutzers eingebunden wird. Andere — evtl. per Auto-Login angemeldete — User hängen die verschlüsselte Partition nicht ein. Das beugt Problemen bei Verlusten des Netbooks vor und mit ein wenig Geschick lässt sich bei einer oberflächlichen Kontrolle die Existenz des verschlüsselten Heimatverzeichnisses verbergen.

    Bei einer näheren Kontrolle wird jedoch die verschlüsselte Partition gefunden werden. Die Verschlüsselung selbst ist zwar so stark wie Ihr Login-Passwort, in der Praxis entscheidet über die Knackbarkeit der Verschlüsselung aber die Tiefe der “Kryptanalyse” des bereisten Staates: Wer Länder bereist, die Gartenschlauch-Kryptanalyse betreiben, sollte ein aufwendigeres Verschlüsselungsmodell mit geschachtelten Containern (TrueCrypt) verwenden, welches allerdings umständlicher zu nutzen ist.

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