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  • Wenn die Elektronik vom Auto spinnt…

    Bislang hatte jeder unserer Peugeots mit Zentralverriegelung Probleme mit derselben. Die Krönung war mein 505 Commerciale, der mich irgendwann gar nicht mehr aus dem Auto lassen wollte. Ganz so schlimm kann es mit dem 307 nicht kommen: Bis auf den Kofferraum lassen sich alle Türen von innen entriegeln.

    Dummerweise nicht verriegeln. Zum Abschließen und Öffnen stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

    • Die Zentralverriegelung mit Schlüsselfernbedienung schließt alle Türen, wertet aber die Sensoren der Türen und Heckklappe aus und öffnet sofort wieder, wenn einer der Sensoren “geöffnet” anzeigt
    • Der “Panic-Button” schließt alle Türen und wertet hierfür den Zustand der Heckklappe nicht aus
    • Das Verriegeln/Entriegeln der Fahrertüre triggert die Zentralverriegelung
    • Das Öffnen einer Türe bei aktivierter Zündung öffnet die Zentralverriegelung
    • Das Öffnen der Heckklappe funktioniert mittels Magnetschalter

    Der Magnetschalter der Heckklappe und die Zentralverriegelung liegen auf unterschiedlichen Sicherungen. Die Zentralverriegelung auf einer eigenen Sicherung, die Sicherung der Heckklappe ist nicht aus der Bedienungsanleitung ersichtlich.

    Nun dachte unser 307, die geschlossene Heckklappe stünde offen und ließ sich nicht mehr verriegeln. Einen Teilerfolg brachte es, in das Auto einzusteigen, dieses mit Panic-Button zu verriegeln und dann die Sicherung der Zentralverriegelung abzuziehen (bei geschlossener Fahrertüre). Damit waren alle seitlichen Türen geschlossen, die Fahrertüre konnte von innen entriegelt und von außen per Zündschlüssel verriegelt werden. Leider ließ sich die Heckklappe noch öffnen. Abhilfe schuf hier nur die Radikalmethode: Batterie abklemmen, Motorhaube fallen lassen: Das Auto ist rundum zu.

    So gelang es mir immerhin, das Auto “dicht zu machen”, ich musste heute nacht keine Angst haben, dass Punks einziehen. Und ein “Notfallbetrieb” ist möglich, solange man nur Fahrertüre und Heckklappe öffnen muss.

    Heute früh laufe ich ans Auto, klemme die Batterie wieder an und merke, dass das zentrale Info-Display nicht mehr eine geöffnete Heckklappe anzeigt. Also Sicherung F14 wieder rein und siehe da: Alles ist so, wie es sein soll. Ich wüsste nun zu gern, ob das Problem in der Elektronik selbst lag — wir alle kennen Software, die irgendwann einen Betriebszustand erreicht, der vom Programmierer nicht vorgesehen war, — oder ob einfach Feuchtigkeit dem Sensor zu schaffen machte.

    Befriedigend ist das Abklemmen der Batterie bei Zentralverriegelungsproblemen jedenfalls nicht. Eine eigene Sicherung für die Heckklappe, die im Fehlerfall abgezogen werden kann, würde hier den Komfort bis zur Behebung des Problems deutlich erleichtern.

  • Xen-Nachtrag, Setup mit Routing

    Mir ist aufgefallen, dass mein gestriges Setup mit Dummy-Adapter und Vergabe der ersten IP-Adresse des Netzes auf das Interface dummy0 nicht die optimale Konfiguration darstellt: Hier wird das alte Setup mit separatem Router 1:1 nachgebaut, was zur Folge hat, dass die drei Adressen für Broadcast, Netz und Gateway nicht für Produktivsysteme nutzbar sind. Das beschriebene Setup ist daher nur sinnvoll, wenn ein Server in zwei Stufen von bridged auf routed umgestellt werden soll.

    Beim Neuaufsetzen eines Servers ist es besser, gleich eine PointToPoint-Lösung mit 255.255.255.255-Maske aufzusetzen. Damit können bei einer 29-Bit-Maske (255.255.255.248) acht statt fünf IP-Adressen genutzt werden — satte 60% mehr (bei vier, fünf, oder sechs Bit Masken fällt der Gewinn natürlich kleiner aus). Die Änderungen gegenüber dem Setup von gestern sind, dass dummy0 in der /etc/network/interfaces der dom0 entfällt. In der /etc/xen/xend-config.sxp wird das extern erreichbare Interface eingetragen (in der Regel eth0):

    (network-script 'network-route netdev=eth0')
    (vif-script     'vif-route netdev=eth0')

    Die Netzwerkkonfiguration der domU bekommt nun die primäre IP-Adresse der dom0 als Gateway eingetragen, dazu das Schlüsselwort pointopoint (nur ein ‘t’!) und die “dichte” Netzmaske:

    auto lo
    iface lo inet loopback
    
    auto eth0
    iface eth0 inet static
            address 172.16.16.114
            netmask 255.255.255.255
            gateway 192.168.1.2
            pointopoint 192.168.1.2
            post-up ethtool -K eth0 tx off

    Vielen Dank an…

    • Umstellung Debian Etch mit XEN 3 auf routed …die fleissigen Dokumentatoren im Hetzner-Wiki
    • …den Admin bei 1&1, dessen Default-Setup mit pointopoint auf der primären IP mich dazu anregte, hier nochmal nachzuforschen
  • Ein Tag mit Xen: Vanilla-Xen und -Kernel auf Ubuntu Karmic installieren

    Bislang laufen alle unsere Dom0s entweder auf Ubuntu 8.04 oder openSUSE 11.1 oder 11.2. Für einen neuen alten Server wollte ich Ubuntu 9.10 als Basis nehmen, auch um im Mai leichter auf 10.04 wechseln zu können. Bei Ubuntu ist die Xen-Situation nicht besonders rosig: Laut halboffizieller Doku steht weder ein aktueller Xen, noch ein brauchbarer Kernel bereit. Immerhin ein Xend (der Verwaltungsdaemon) in Version 3.3. Erfahrungen seit 3.2 haben gezeigt, dass sich die Schnittstellen kaum noch ändern, so dass der 3.3er Daemon mit dem 3.4er Xen zusammen arbeiten sollte. Denkste.

    Ziel waren zwei Server: Ein 64-Bit-System fürs Büro und ein 32-Bit-System für einen alten (AMD Athlon XP 2000, 512MB, 80GB) Hetzner Rootie (Presse-Testsystem). Beide Systeme wurden zunächst mit einem Ubuntu Minimalsystem ausgestattet. Bei Hetzner geschah dies aus dem Notfall-System per debootstrap (fertige OS-Images werden nur einmal am Tag aufgespielt, was stört, wenn man nach einer abgeschossenen Installation neu aufsetzen möchte) und der Server zuhause wurde per Debian-Installer per PXE-Netboot eingerichtet. Die zwei Möglichkeiten, einen Hetzner-Server mit Ubuntu oder Debian auszustatten — debootstrap und den Debian-Installer im SSH-Modus — erkläre ich bei Gelegenheit im Detail. (more…)

  • Alte und neue Artikel online

    Ich habe gerade einen Schwung von etwa 20 meiner Artikel aus den Jahren 2006 bis 2008 hochgeladen. Alle stammen aus den Zeitschriften PC!Linux und linuxlife des WEKA-Verlages, der unter www.magnus.de residiert. linuxlife wurde Mitte 2009 auf Eis gelegt und ist derzeit auch im Weka-Onlineshop nicht nachzubestellen. Wahrscheinlich wird die Serie jedoch mit leicht verändertem Konzept bald fortgesetzt — ich wünsche es mir jedenfalls, denn das Team war nett, die Leserschaft kommunikativ und das Heft durfte Themen aller Schwierigkeitsgrade abbilden.

    Wie dem auch sei: Die hochgeladenen Artikel findet Ihr unter cdprojekte.mattiasschlenker.de/Public/Artikel/, ich erspare es mir, jeden Artikel einzeln zu verlinken. Naturgemäß sind zwei bis vier Jahre alte Artikel nicht gerade die aktuellsten. Alles mit Workshop-Charakter ist daher sehr vorsichtig zu behandeln. Immerhin sind einige “zeitlose” Artikel dabei, wie die 64Bit-Einführung (PDF) (wer Flash-Probleme hat, wird einen 32Bit-Chroot zu schätzen wissen) oder die Einführung in Cygwin incl. X11 (PDF) sowie die beiden Artikel zum Thema PXE- und TFTP-Boot (PDF) oder zur freien Suchmaschine Yacy (PDF). Einige andere Artikel bspw. zum ersten EeePC spiegeln eher den Zeitgeist wider und lesen sich schon nach gut zwei Jahren wie Erinnerungen aus einer längst vergangenen Zeit…

    Daneben hat Magnus.de selbst einige meiner Artikel online gestellt, ganz aktuell beispielsweise zu Grub 2 als Universalbootloader auf Linux- und Windows-Systemen (HTML) (trägt als Zeitstempel der Einstellung den 30. März 2010 :-)) oder dessen Vorgänger auf Basis von Grub 0.97 (HTML).

  • Linux auf dem Asus A52JR

    Seit einigen Tagen steht ein Asus A52JR (konkret: das A52JR-SX109V der aktuellen Saturn-Aktion) im Büro und wartet darauf, zum “Alltagsnotebook” (und zur schnelleren Ergänzung zu den von mir so geliebten Netbooks) mit Linux beglückt zu werden, konkret soll Ubuntu 9.10 zum Einsatz kommen, vor einem selbst kompilierten Kernel und einer manuellen Installation von Grafiktreibern schrecke ich nicht zurück. Bislang gibt es lediglich Teilerfolge zu berichten, diese sollten aber immerhin anderen interessierten bei der Kaufentscheidung helfen. Wegen der verwandten Innereien dürften die hier beschriebenen Vorgehensweisen auch beim A72JR, beim K52J und beim K72J sowie bei X52JR und X72JR anzuwenden sein (die K-Modelle werden über den regulären Fachhandel vertrieben und sind etwas eleganter und mit hübscherer Tastatur ausgestattet). (more…)

  • Mal wieder Mobiltelefone

    Wie Ihr wisst, kann ich mich einfach nicht entscheiden. Ein Ersatz für das E71 soll her: Ein Mobiltelefon, das auch Gelegenheiten zum Basteln gibt, eine recht zukunftssichere Plattform bietet und natürlich im Alltagsbetrieb nutzbar ist. In der Wahl war zeitweise auch das Nokia N97, weil es klein und leicht ist und die mit dem Symbian Series 60 5th Edition mitgelieferten Anwendungen in der Praxis durchaus brauchbar sind. Das ist jetzt aus meiner Wahl herausgefallen, Grund sind einige Tage Erfahrungen mit einem 5230 – mit dem ich sehr zufrieden bin. Wie kam das? (more…)

  • Warum ein Wikipedia-Fork gut wäre

    Begonnen mit Mogis hat sich bei Felix von Leitner Felix von Leitner, Kristian Köhntopp und dem Rest der “Blogosphäre” in den letzten Wochen eine Diskussion um die Relevanzkriterien der Wikipedia und ihre Zukunft entwickelt. Von dort ging es munter weiter zur virtuellen Kleingärtnermentalität und zurück zur Frage wie die zur Verfügung stehenden Werkzeuge einen Nutzer beeinflussen: “Wenn Dein ein einziges Werkzeug ein Hammer ist, sieht jedes Problem wie ein Nagel aus”. Der Hammer der Admins ist der Löschlink. Die Nägel der Wikipedia sind neue, rohe Einträge – zu kurz, zu irrelevant oder zu lang und zu unbelegt.

    Seit ein paar Jahren schon habe ich das Gefühl, dass sich die Wikipedia nicht wirklich voranbewegt. Die Zahl der Einträge steigt (aber das Wachstum flacht ab) und die jährlichen Spendenaufrufe bitten um größere Summen. Das ist quantitatives Wachstum. Ein qualitatives Wachstum kann ich nicht erkennen. Fefe verdeutlicht qualitative Probleme aus der Sicht des Contributors, ich sehe die Probleme bereits in der Sicht des Lesers: Während Felix ganz zurecht mit der sehr gewöhnungsbedürftigen Editierung von Einträgen argumentiert (ganz besonders bei Tabellen) und einen WYSIWYM-Editor fordert, frage ich, wo denn die Erleichterung für den User ist? (more…)

  • VMware Player 3.0 erschienen

    Kaum frickelt man sich seinen VMware Player 2.5.3 zurecht, erscheint der finale 3.0er. Und der ist nicht nur schneller, sondern kommt wieder ein Stückchen näher an die Workstation-Version ran, der kostenlosen Konkurrenz vor allem in Form von VirtualBox sei Dank. Otto-Normaluser braucht die Workstation eigentlich nur noch dann, wenn er Festplattensnapshots setzen möchte.

    Doch zunächst zu den technischen Finessen: Das Gtk-Problem besteht nun nicht mehr, Ihr könnt die im letzten Artikel gesetzte Umgebungsvariable also wieder entfernen. Vermutlich wurde auch das Kompilationsproblem gefixt, allerdings wage ich hier keine konkrete Aussage, denn eine Neuinstallation verhält sich hinsichtlich Update der Module immer ein wenig anders als eine komplette Neuinstallation auf einem sauberen System.

    Auf einigen Host-Systemen soll der Player nun Aero- und Glass-Gäste beherrschen, auf die Schnelle habe ich davon auf dem Linux-Host mit nVidia-Closed-Source-Treiber nix gemerkt. Unity, also die Möglichkeit, die VMware-Fenster auf den Linux-Desktop zu holen, ist etwas schneller geworden, aber immer noch zu laggy (auf einer Vierkernmaschine mit 8GB RAM…), so dass ich nach wie vor Vollbild bevorzuge.

    Herunterzuladen ist der Player wie immer hier.

  • Ubuntu 9.10 Karmic Koala und VMware Player

    Ich hatte seit Wochen ein Mainboard nebst zugehörigem Quadcore-Opteron Phenom nebst 8GB RAM herumliegen. Das war ursprünglich ein Build-/Testsystem, sollte aber jetzt meinen doch schon etwas älteren (zweieinhalb Jahre) Desktop ablösen, der nun als Testsystem weiter dienen wird. Auf einen neuen Rechner installiert man natürlich ein neues OS — statt bislang Ubuntu 8.04.x sollte 9.10 RC zum Einsatz kommen.

    Probleme bereitete die Installation und Nutzung des VMware-Players, den ich gerne als recht flexible Virtualisierungslösung einsetze.

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  • Zum Vergleich: Energiedichte Diesel vs. Notebook-Akkus

    Golem hat einen interessanten Artikel zu IBMs Engagement bei Elektroautos. Es geht um Akkupacks für Elektroautos, die 500 Meilen halten sollen.

    Ich halte wenig davon, ich habe auch für 800km keine Lust, 500kg Akkus mitzuschleifen. Und welche Ströme sind eigentlich beim “Tanken” erforderlich, wenn es mal schnell gehen soll?

    Vielleicht bin ich verwöhnt: Normales Dieselöl hat die 80fache Energiedichte wie der Akku des Tesla. Selbst mit IBM Ziel ist es noch Faktor 10 und die ungelöste Tankfrage, wie ich in fünf Minuten 750kWh reinkriege (das entspricht 60 Liter Diesel a 12,5kWh). Ja, das sind 150kWh pro Minute oder 9MW Leistung beim Tanken…

    Viel sinnvoller würde ich es daher finden, wenn Silizium als Energiespeicher zum Einsatz käme. Das kann entweder direkt in Wärme umgewandelt werden oder katalytisch dazu benutzt werden, Wasserstoff für eine Brennstoffzelle zu erzeugen. Akkus als Zwischenspeicher: nett, aber vielleicht eignen sich auch Kondensatoren? Und für die Stadt schweben mir eh Induktionsschleifen an Bushaltestellen und Ampeln vor. Zukunftsmusik? Nö, was bei Dell-Notebooks und Straßenbahnen funktioniert, sollte auch für Stadtautos klappen.

    Nachtrag: PDF zu Silizium als Energieträger